• vom 13.09.2012, 06:00 Uhr

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Um die "NÖN" kommen die Wiener nicht herum


Von Engelbert Washietl

  • Die "Niederösterreichischen Nachrichten" bleiben auch nach ihrer Reform eine eigenwillige Zeitung. Für mobile Gäste ist sie aber unentbehrlich.

Der Autor ist Sprecher der "Initiative Qualität im Journalismus"; zuvor "Wirtschaftsblatt", "Presse" und "Salzburger Nachrichten".

Der Autor ist Sprecher der "Initiative Qualität im Journalismus"; zuvor "Wirtschaftsblatt", "Presse" und "Salzburger Nachrichten". Der Autor ist Sprecher der "Initiative Qualität im Journalismus"; zuvor "Wirtschaftsblatt", "Presse" und "Salzburger Nachrichten".

Unzählige Wiener wohnen im sogenannten Speckgürtel des niederösterreichischen Umlands, arbeiten in Wien und schlafen vielleicht nur in Niederösterreich, pflegen einen Garten mit Zwetschkenbäumen oder haben es zu einem Zweitwohnsitz gebracht. Die Geografie ist unbestechlich: Wien liegt mitten in Niederösterreich, daran hat sich auch dadurch nichts geändert, dass die Niederösterreicher ihren Regierungssitz nach St. Pölten verlegt haben.

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Das buntscheckige Wechselverhältnis der zwei bevölkerungsstärksten Bundesländer, das sich oft und sogar parteiübergreifend auch in der hohen Politik zeigt, führt medial zu besonderen Herausforderungen. Mit den aus Wien angelieferten Zeitungen sind die Niederösterreicher nicht zufrieden, auch wenn in diesen Blättern Niederösterreich-Seiten zu finden sind. Eine eigene Tageszeitung haben sie nicht zustande gebracht. Darüber wurde mehrmals diskutiert, aber das Ende der Diskussion war jedes Mal das gleiche: Das Bundesland sei für die Auslieferung einer täglichen Zeitung zu groß.

Somit blieb es bei den bereits zur Institution gewordenen "Niederösterreichischen Nachrichten", einer Wochenzeitung, die mit einigem Erfolg Tageszeitung spielt, also eine Vollzeitung ist, mit dem einzigen Unterschied, dass sie nur einmal in der Woche erscheint. Das tut sie aber mit 28 verschiedenen Ausgaben, die das lokale Geschehen in den Bezirken dank einer Vielzahl von fixen und freien Mitarbeitern einfangen. Egal, wohin der Sonntagsausflug aus der Bundeshauptstadt führt, die lokalen "NÖN" wissen, welche Straßen aufgerissen sind, welche Immobilien angeboten werden, welches Fest und welches Fußballmatch angesagt ist.

Soeben hat der "NÖN"-Geschäftsführer und Chefredakteur Harald Knabl das Ergebnis einer länger als ein Jahr dauernden und mit intensiver Mitarbeiterschulung verbundenen Blattreform präsentiert. Sie war nötig. Die "NÖN" verkaufen rund 123.000 Exemplare, die anzeigenbasierte Gratiswochenzeitung "Bezirksblätter" überschwemmt die Haushalte mit 652.875 Exemplaren. Zahlenmäßig wäre das ungleiche Match von der "NÖN" nicht zu gewinnen. Deshalb spannt das traditionsreiche Stammblatt "Niederösterreichische Nachrichten" alle Kräfte an, um den großen Unterschied herauszuarbeiten. Laut Knabl besteht er in sichtbarer Qualität. Er soll bei den "NÖN" den Einzelkaufpreis von 2,50 Euro rechtfertigen und auch durch lokaljournalistische Leistung gemäß dem Werbespruch "Nah. Näher. NÖN" bewiesen werden.

Als Zusatzprodukt ist ein monatliches Magazin entstanden, das unter dem Titel "Heimat" alles abbilden soll, was zum guten, gesunden und genussreichen Leben in Niederösterreichs Landschaft gehört. Es ist den Niederösterreichern gewidmet, die an ihrer Heimat hängen, aber auch als Lockangebot für die Wiener gedacht. Wie der Herausgeber, Prälat Josef Eichinger, andeutet, soll der "Heimvorteil" von Zeitung und Magazin allen zugutekommen, die bloß vorübergehend Gast im weiten Wiener Umland sind.




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Dokument erstellt am 2012-09-12 16:11:10


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