Die Stimmen für ein Sozialjahr mehren sich. Dabei ist - aus rein ökonomischer Sicht - ein Sozialjahr gar nicht wünschenswert. Weder wird Einkommen, noch Steuerleistung generiert. Doch in Österreich ist die Politik der Ansicht, dass die sozialen Leistungen des Staates nicht ohne Zivildienst oder soziales Jahr bewältigbar sind. Vielleicht steht dahinter auch die Überzeugung, wie sie US-Präsident John F. Kennedy einst formulierte: "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!" So gesehen spricht nichts dagegen, Freiwillige mit 220 (Sozialjahr) oder 300 Euro (Zivildiener) abzuspeisen.

Es gibt aber berechtigte Zweifel, ob damit 12.000 Freiwillige als Rettungsfahrer oder Jugend- und Altenbetreuer gelockt werden können. Sollten sich die Bürger also gegen die Wehrpflicht entscheiden, muss der Staat jungen Menschen Angebote machen: Weiterbildung, die Möglichkeit, Neues kennenzulernen und Ähnliches - aber am Ende braucht es eine finanzielle Grundlage.
Ob diese Freiwilligentätigkeit dann mit 1300 oder 1400 Euro abgegolten wird, bleibt zu entscheiden. Sicher ist: Wenn der Staat schon so viel Geld in die Hand nehmen muss, dann bitte mit Synergieeffekten. Dann müssen auch Arbeitslose die Möglichkeit erhalten, dieses Angebot zu nutzen. Menschen könnten wieder in das Berufsleben eingegliedert, die Arbeitslosenstatistik entlastet werden; in das Sozialsystem flössen Beiträge. Sinnvoller kann Geld gar nicht verwendet werden.
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