
Einen Kontrapunkt zum Streit innerhalb der Koalition setzen ausgerechnet die Bildungspolitiker. SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer und ÖVP-Wissenschaftssprecherin Katharina Cortolezis-Schlager drängen darauf, die neue Lehrerausbildung gesetzesreif zu machen. Es herrscht weitgehende Einigkeit in der Sache: Alle Lehrer müssen künftig eine vierjährige Bachelorausbildung machen. Eine fixe Anstellung gibt es erst nach Abschluss des Masters - einjährig für den Unterricht von 0- bis 10-Jährigen oder zweijährig für 10- bis 19-Jährige. Die neuen Strukturen sehen auch eine Bachelor- und Masterausbildung für Kindergartenpädagoginnen vor. Die Sorge der Gemeinden, dass eine universitäre Ausbildung der Elementarpädagogen eine enorme Verteuerung bedinge, kann vorerst zerstreut werden: Erstens gibt es derzeit nur einen Lehrstuhl für Elementarpädagogik, daher wird die Durchdringung mit Uniabsolventinnen eher langsam voranschreiten. Zweitens bestimmen die Dienstgeber, welchen Abschluss sie für welchen Job verlangen. Auch die so schwierige Institutionenfrage hat der Entwicklungsrat für die neue Lehrerausbildung pragmatisch gelöst: Unis und Pädagogische Hochschulen sollen möglichst im Verbund Angebote entwickeln, eine Zertifizierung sichert die Qualität. Die Gesetzesreife ist da, jetzt muss die Politik handeln, um dieses Megaprojekt noch vor der nächsten Nationalratswahl abzuschließen.
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