
Am Donnerstag wird es genau ein Monat her sein, dass die Olympischen Spiele mit Pomp und Gloria eröffnet wurden. Kurze Zeit später ist der Glanz zumindest aus österreichischer Sicht verblasst. Es gab keine Medaillen, dafür allgemeines Geraunze, Norbert Darabos verunglimpfte die Athleten als "Olympia-Touristen", die Sportler kritisierten die Funktionäre, diese die Sportler. Und sonst? Abgesehen von einer Online-Petition, mit der man die Gunst der Stunde nützen wollte, um dem seit Jahren ungehört verhallenden Ruf nach einer täglichen Turnstunde mehr Nachdruck zu verleihen, ist nicht viel passiert. Auf dem Heldenplatz feierte der österreichische Sport sich selbst, dabei liegt vieles im Argen: Das Sportgesetz harrt noch immer einer detaillerten Ausarbeitung, die Vergabe von Fördergeld wird ein Streitthema bleiben, die Infrastruktur ist in vielen Bereichen nur mit viel gutem Willen als mangelhaft zu bezeichnen. Skispringer Gregor Schlierenzauer hat unlängst in einem "Kurier"-Interview auf die immer fauler werdenden Kinder verwiesen. Ersetzt man das "faul" durch "bewegungsunfreudig", trifft das wohl auf viele Entscheidungsträger ebenso zu.
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