
Rund 30.000 wissenschaftliche Mitarbeiter sind an den 21 öffentlichen Universitäten beschäftigt - meist unterbezahlt. 2009 wurde mit dem neuen Uni-Kollektivvertrag ein Tenure-Track-Modell nach amerikanischem Vorbild geschaffen: Studium, Doktorat/Assistent, Assistenzprofessor, Associate-Professor (kündbar), Universitätsprofessor. Das Modell ist zwar dynamisch, beschränkt aber am Ende die Karrieremöglichkeiten. Junge Wissenschafter werden gefördert bis zum Doktorat - dann ist Schluss. Angehende Dissertanten erhalten zahlreiche Projektförderungen: vom Fonds für wissenschaftliche Forschung oder aus Drittmitteln. Aber hat der Jungakademiker seinen Doktortitel erst einmal in der Tasche, gibt es in den meisten Fällen keine Möglichkeit mehr für die Universität, ihn zu halten. Denn für eine Dauerbeschäftigung fehlt das Geld. Was ist die Folge: Immer mehr bestens Ausgebildete verabschieden sich ins Ausland. "Wir locken mehr Menschen in die Wissenschaft, als wir bezahlen können. Brauchen würden wir sie schon", sagt etwa der Mathematiker Roland Fischer. Auch der Erziehungswissenschafter Michael Schratz sagt: "Wir investieren sehr viel Geld in Ausbildung, die dem Ausland zugute kommt." Es liegt also nicht am Zustrom zur Wissenschaft, sondern daran, dass die Mittel fehlen, sogar exzellente Forscher zu halten. Mit einem Wort: Den Universitäten fehlen die Mittel.
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