• vom 01.10.2012, 20:31 Uhr

Kommentare

Update: 01.10.2012, 20:31 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (10)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Kommentar

Ein Schuldspruch für Jörg Haider post mortem


Von Wolfgang Zaunbauer



Obwohl Jörg Haider seit bald vier Jahren tot ist, ist er, ist das "System Haider" in der Causa Birnbacher dennoch mit auf der Anklagebank in Klagenfurt gesessen. Und gemeinsam mit Josef Martinz und Dietrich Birnbacher wurde es verurteilt. Das Urteil gegen Ex-ÖVP-Landesparteiobmann Martinz ist auch ein Schuldspruch für den toten Landeshauptmann. Ausgemerzt ist sein System damit freilich nicht.

Werbung

Haider hatte fleißige Schüler. Das sich Bedienen an öffentlichen Geldern ohne jegliches Schuldbewusstsein, das Agieren ohne Genierer, eine Die-anderen-tun-es-doch-auch-Mentalität, dazu noch das Gefühl, einem höheren politischen Ziel zu dienen (und wenn es auch nur die Parteikasse ist), steckt in vielen Politikern tief drinnen. Nicht nur in Kärnten.

Die Folgen sind Inseraten-Affären, Homepages um mehrere Millionen, verschobene Staatsbürgerschaften, bis hin zu gefälschten Schülerlisten, um Dorfschulen zu erhalten. Die Folgen sind Korruptions-U-Ausschuss, Desavouierung von Parteien und Politik, Vertrauensverlust und Verdrossenheit bei den Wählern und letztlich deren Flucht in die Arme von vermeintlich unpolitischen Heilsbringern.

Jörg Haider war nicht der Erfinder dieses Systems, aber er war ein Meister darin. Wäre er nicht im Oktober 2008 volltrunken in den Tod gerast, wäre er am Montag mitsamt Martinz und Birnbacher verurteilt worden - zumindest in erster Instanz. Sein System ist damit aber nicht beseitigt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-01 17:54:15
Letzte Änderung am 2012-10-01 20:31:39


Beliebte Inhalte



Wer als Fußballtrainer Erfolg haben will, muss vor allem mit der Jugend können. Und das bedeutet vor allem, authentisch sein...weiter

Wer sich die Kommentare so mancher Fußball-Fans anhört, muss sich schon wundern. Fast könnte man glauben, Österreich sei gerade Weltmeister geworden...weiter

Olympia ist ja eh wirklich keine schlechte Sache. Also die Idee halt: ein friedliches Sportfest, das zur Bewegung animiert...weiter

  • Der EU-Beitritt Kroatiens schafft für dessen Nachbarn Hürden: Das Reisen mit einem Personalausweis ist zu Ende.
  • weiter

Christian Ortner.
  • Wenn US-Präsident Obama nächste Woche nach Europa kommt, werden seine Euro-Groupies ein ziemlich entzaubertes Idol begrüßen können.
  • weiter

Bernd Wiegand konnte es nur falsch machen. Er hatte keine andere Chance. Bernd Wiegand - das ist der Oberbürgermeister von Halle an der Saale...weiter

  • In Worten und Symbolen wollen Rot und Schwarz nicht von ihrem Ruf als Volksparteien lassen. Die Realpolitik sieht allerdings anders aus.
  • weiter

Es geht immer um die Bilder. In den Medien, wie auch in der Politik. Die Bilder, die derzeit aus den vom Hochwasser betroffenen Gebieten kommen...weiter

  • Ist Frank Stronach nur Mittel zum Zweck, macht er gar gemeinsame Sache mit den Roten? Innenpolitik ist schon ziemlich aufregend.
  • weiter

Katastrophen wie das neuerliche Jahrhundert-Hochwasser, das derzeit durch Deutschlands Norden schwappt, lässt auch Sportlerherzen nicht kalt...weiter



Werbung




Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

17.06.2013: Die Zwanziger Jahr des vergangenen Jahrhunderts leben beim Jazz Age Picnic in New York wieder auf. Zum achten Mal findet die Veranstaltung an zwei Wochenenden im Sommer auf Governor's Island statt. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne". Ein Farbenrausch während der Eröffnungszeremonie.

Werbung