
Auf der Elektronischen Gesundheitsakte, kurz Elga genannt, sollen künftig alle Untersuchungen dokumentiert werden. Es gibt drei Ebenen der Betrachtung: Die Ärzte beziehungsweise Spitäler oder andere Anbieter von Gesundheitsleistungen sehen in erster Linie den Kostenfaktor, der auf sie zurollt. Immerhin sind IT-Systeme anzuschaffen und zu warten. Außerdem sammeln sich in Elga im Laufe eines Lebens mehrere hundert Daten aus diversesten Untersuchungen. Welcher Arzt hat Zeit, das zu sichten und die richtigen Schlüsse zu ziehen? Da braucht es einen Arzt des Vertrauens, der eine Zusammenfassung liefert. Ansonsten droht Elga zu einer Datenakkumulation zu werden, die kein Mensch verwenden kann. Die Sicht der Sozialversicherung ist sehr einfach: Diese erwartet nach Anfangsinvestitionen eine massive Kostendämpfung. Gespalten auch die Sichtweise der Patienten: Einerseits befürchten Datenschützer Missbrauch mit den sensiblen Gesundheitsdaten - etwa durch Arbeitgeber (was aber nicht möglich ist, weil auch Betriebsärzte der Schweigepflicht unterliegen und darüber hinaus keinen Zugriff auf Elga haben). Andererseits - und das ist ein Segen für die Patienten - kann Elga Mehrfachuntersuchungen verhindern, ein Gesamtbild darstellen und so zu einer rascheren Diagnose und damit Genesung beitragen. Derzeit ist der einzige Informant des Arztes der Patient. Und auf ihn ist nicht immer hundertprozentig Verlass. Zu guter Letzt könnten auch Turnusärzte profitieren, weil sie durch Elga von unzähligen Befragungen und Dokumentationen befreit werden.
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