• vom 15.10.2012, 16:52 Uhr

Kommentare

Update: 15.10.2012, 18:26 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Abseits

Die Sache mit der Erdkrümmung


Von Christoph Rella

Bilder können leicht täuschen. Denn dass man in einer Höhe von 39 Kilometern am Horizont die Erdkrümmung und dahinter gar das Weltall ausmachen kann, ist natürlich Unsinn. Dafür hätte jener Ballon, der Felix Baumgartner in die Stratosphäre erhob, auf rund 80 Kilometer Höhe steigen müssen. Aber zum Glück gibt es ja Fischaugenobjektive. Aus dem diffusen flachen Horizont der Stratosphäre wird so ein spektakuläres Sonnenaufgangsszenario auf die Bildschirme der Zuseher gezaubert. Wüsste man es nicht besser, so konnte man glauben, die Kapsel des österreichischen Extremsportlers sei nur wenige Flugminuten von der Internationalen Raumstation ISS entfernt. Nun, was zählt, ist der Eindruck - und der war gelungen.

Werbung

Mit der möglichen Konsequenz, dass sich viele Menschen wohl ab heute die Stratosphäre als Grenze zum Weltall - Erdkrümmung inklusive - vorstellen. Doch dazu hätten sie auch ohne jedes Zutun von Red Bull Stratos triftige Gründe, zumal ja auch das Wort Stratosphäre, ein Neologismus zusammengesetzt aus den lateinisch-griechischen Vokabeln "stratum" (Decke) und "sphaira" (Kugel), unglücklich gewählt ist. Denn von der "Decke der Erdkugel" war Baumgartner, als er in 39.045 Meter Höhe zum Sprung ansetzte, noch weit entfernt.

Die Schallmauer hätte er so und so durchbrochen. Aber daran wird man sich in Zukunft nicht erinnern. Sondern an den Moment, als er aus der Kapsel stieg. Und unter ihm der Blaue Planet.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-15 16:59:04
Letzte Änderung am 2012-10-15 18:26:51


Beliebte Inhalte



Neulich hat ein Jungjournalist mit türkischen Wurzeln einen Auftrag für eine Geschichte abgelehnt. Sein Argument: Er wolle nicht in die...weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

  • Der nahende Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union machte auch Anpassungen in den EU-Institutionen selbst notwendig.
  • weiter

  • Ministerin Cina Lawson gehört zu den einflussreichsten Frauen Afrikas und will allen Bürgern Zugang zu günstigem Internet verschaffen.
  • weiter

"Dieser Körper ist zu fett für Abercrombie & Fitch." Im Netz verbreiten sich derzeit Fotos von üppiger gebauten Damen...weiter

  • Während alle über die Grünen jubeln, vollzieht sich die wirkliche Revolution woanders: SPÖ und ÖVP können endlich voneinander lassen - und tun es auch.
  • weiter

Diese Ausländer! Sie können sich einfach nicht in unsere europäische Kultur einfügen, in unsere verfeinerte Lebensart. Davon kann ich ein Lied singen...weiter

Was ist in Europas Fußball los? Das muss man sich zwangsläufig fragen, wenn man sich die jüngsten Ereignisse in Mailand und Paris vor Augen führt...weiter

Der Ausspruch "das geht sich nicht aus" ist universell einsetzbar und trifft auch auf die Koalitionsverhandlungen nach der ÖH-Wahl zu...weiter

Christian Ortner.
  • Steuerhinterzieher kommen straflos davon, wenn sie sich freiwillig stellen. Ein Privileg, das längst abgeschafft gehört.
  • weiter



Werbung




Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

18. 5. 2013: Ein lesbisches Paar in Myanmar: Der "Internationale Tag gegen Homophobie" geriet weltweit zu einem bunten und eindringlichen Protest gegen Diskriminierung. Noch herrscht auf der Croisette vor dem Palais des Festivals in Cannes die Ruhe vor dem Sturm.

Werbung