• vom 12.08.2009, 18:26 Uhr

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Geldquelle Klimawandel




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  • Was für tolle Experten haben wir doch als Minister. Etwa den für Landwirtschaft. Er macht sogar alle unsere Meteorologen überflüssig und widerlegt alle Zweifler an der Klimaveränderung. Mit dem Satz: "Dabei spüren wir sie doch fast tagtäglich."





Tatsächlich, jetzt spürs auch ich: Einmal regnet es, einmal scheint die Sonne, einmal gibt es Föhn, einmal stürmt es, bald wird es wieder schneien. Nikolaus Berlakovich hat einen historischen Beweis geschafft.

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Freilich mit ungefähr der gleichen Beweiskraft, mit der man einst andere Zweifler an physikalischen Fakten widerlegt hat - um sie anschließend auf Scheiterhaufen verbrennen zu können.

Nur die Hohe Warte zweifelt noch am tagtäglichen Beweis. Und weltweit wagen noch ein paar zehntausend Naturwissenschafter auf einiges hinzuweisen: dass wir in früheren Jahrhunderten schon viel ärgere Hochwässer gehabt haben, dass man Klimaänderungen erst im 30-jährigen Überblick bewerten kann, dass in bestimmten Epochen schon Grönland wie die Pole eisfrei waren, dass es keinen statistischen Beweis für die Häufung von Stürmen und Hurrikans gibt, dass eine eventuell doch eintretende Erderwärmung viel besser für die Menschheit und die Gewinnung landwirtschaftlicher Gebiete in Kanada und Russland wäre: All diesen Zweiflern tritt unser Landwirtschaftsminister mannhaft entgegen. Er weiß: Heuer hat es viel geregnet. Das beweist doch die Klimaänderung genauso wie jene Jahre, in denen es monatelang nicht regnet - dann werden halt die als Beweis für die globale Erwärmung genommen. Warum wird eigentlich von vielen Berlakovichs die Erwärmungsthese kompromisslos vertreten? Warum ist es eher erlaubt, an der Mondlandung zu zweifeln als an der von einigen UNO-Computern prophezeiten Katastrophe?

Die Antwort ist einfach: weil damit unglaublich viel Geld verdient wird; weil Forscher, die in ihren Förderungsantrag das Wort "Klima" hineinschreiben, viel leichter an Geld kommen; weil wir jetzt schon wegen der Erbauer hässlicher Windmühlen und ineffizienter Solaranlagen eine deutlich erhöhte Stromrechnung zahlen müssen; weil die Atomindustrie damit einen neuen Frühling erlebt; weil Landwirtschafts- und Umweltminister mit viel mehr Budgetmitteln rechnen können; weil Hagelversicherer höhere Prämien erzielen; weil die Bauern dank des Biosprit-Anbaus ihre Preise zeitweise steil in die Höhe treiben konnten; weil schon eine ganze Industrie davon profitiert; und weil sich die UNO endlich wichtig fühlen kann.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2009-08-12 18:26:18
Letzte Änderung am 2009-08-12 18:26:00


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