• vom 31.07.2015, 20:06 Uhr

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Update: 03.08.2015, 11:12 Uhr

Mariahilfer Straße

Vassilakous Meisterstück




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Von Bernd Vasari

  • Mit dem Umbau der Mariahilfer Straße hat die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ihre Partei an den Rand des Abgrunds gebracht. Nun steht sie als strahlende Siegerin da. Eine Anerkennung.

Vassilakou bei derSchlusssteinlegungder Mariahilfer Straßeam Freitag.Wusl

Vassilakou bei derSchlusssteinlegungder Mariahilfer Straßeam Freitag.Wusl

Wien. Mehrere Male wiederholte sie diesen einen Satz: "Ich kann es noch gar nicht fassen, dass es vorbei ist." Als die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou Freitagmittag auf der Mariahilfer Straße den letzten Stein der Umbauarbeiten verlegt, ziert ein breiter Grinser ihr Gesicht. Vassilakou versucht erst gar nicht ihre Freude zu verbergen. "Freude", das sei es auch, was ihr dazu einfällt, wenn sie die Fertigstellung der Begegnungs- und Fußgängerzone auf der Einkaufsstraße in einem Wort zusammenfassen müsste, sagt sie der "Wiener Zeitung".

Es sei ein langer Kampf gewesen, betont Vassilakou und zeigt immer wieder auf die ergrauten Stellen ihrer schwarzen Haare. Ein langer Kampf, bei dem ihr die Opposition jegliche Regierungskompetenz absprach, sie auf offener Straße von Passanten beleidigt wurde und über soziale Medien sogar Morddrohungen erhielt. Ein Mitglied des ÖVP-Wirtschaftsbundes "diagnostizierte" laut "Kurier" in einem Facebook-Posting der Verkehrsstadträtin eine Gehirnkrankheit und empfahl eine Giftspritze zur Euthanasie.


Bürgerkrieg in Wien
Von Vorarlberg bis Burgenland kannte man Vassilakous Gesicht. Und es ging das Gerücht um, dass in Wien bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten. Die ersten Gegner würden sich bereits mit Ketten an Befestigungen entlang der Mariahilfer Straße anhängen, hieß es. Mit dem Umbau setzte Maria Vassilakou alles auf eine Karte. Wenn die Verkehrsberuhigung durch einen negativen Bürgerentscheid eine Absage erhalten hätte, wäre nicht nur der Rücktritt der Vizebürgermeisterin fällig gewesen, sondern höchstwahrscheinlich auch die rot-grüne Koalition in die Brüche gegangen. Ein Scheitern hätte aber vor allem das Ansehen der eigenen Partei in ihrer Regierungsrolle nachhaltig beschädigt. Die Grünen, die stets in der Opposition saßen und nun zum ersten Mal auf der Regierungsbank Platz nahmen, würden so den ultimativen Beweis antreten, dass sie dort eigentlich nichts verloren hätten.

Doch Vassilakou hat immer an den Erfolg des Projekts geglaubt. Sie hat sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen, als die Diskussionen ein Monat vor der Nationalratswahl 2013 auf die Bundes-Grünen abfärbten und dadurch der Partei die nötigen Wählerstimmen für das Ziel von 15 Prozent abhanden kamen.

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Dokument erstellt am 2015-07-31 18:11:04
Letzte nderung am 2015-08-03 11:12:22



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