• vom 13.03.2017, 16:41 Uhr

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Automatische Erregung




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Von Bernhard Baumgartner

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Wer schon immer der Meinung war, dass das, was bisweilen auf Twitter abgeht, nichts Menschliches mehr hat, kann sich nun bestätigt fühlen. Einer Studie der University of Southern California zufolge könnte jeder siebente Twitter-"Nutzer" kein Mensch, sondern ein Automat sein. Das würde bedeuten, dass 48 von rund 318 Millionen Usern nicht echt sind. Zieht man jetzt jene viele Millionen noch ab, die Twitter längst den Rücken gekehrt haben, erklärt sich, warum man bei Twitter immer dieselben Menschen mit denselben Nachrichten sieht. Jeder siebente User ist also ein sogenannter "Bot", ein Computergesteuerter Account, der nichts anderes tut, als nach zuvor programmierten Kriterien Nachrichten weiterzuleiten. Bots waren zuletzt im US-Wahlkampf ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, nachdem klar wurde, dass Donald Trump ganze Heerscharen an Bots zu seinen Zwecken arbeiten lässt. Sie lassen die Nachrichten zirkulieren wie ein Jongleur die Bälle und sorgen dafür, dass man dieselben Botschaften immer und immer wieder in die Timeline gespielt bekommt. Wir werden uns also daran gewöhnen müssen, dass die Frequenz, mit der diese Dinge geteilt werden, nichts über den tatsächlichen Impact der Botschaften aussagt. Bloß, weil ein Thema im Trend ist, heißt das noch lange nicht, dass tatsächlich interessierte Menschen dafür verantwortlich sind. Daher sind Fragen nach den Motiven der Menschen angebracht, die die Bot-Farmen programmieren. Die Frage, warum Twitter nicht entschlossen dagegen vorgeht, liegt hingegen auf der Hand: Das würde die User-Zahlen deutlich senken. So etwas will man nicht.

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Dokument erstellt am 2017-03-13 16:44:05



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