• Artikel vom 19.07.2011, 16:10 Uhr

Leitartikel

Update: 20.07.2011, 07:50 Uhr
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Ostafrika braucht Hilfe


Von Reinhard Göweil

Ist das Finanz-Armageddon zu verhindern? Reißen die Schulden Europas und der USA die Wirtschaft in die Tiefe? Wann endlich geht Berlusconi?

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Fragen, die viele Europäer bewegen, die aber den Blick aufs Wesentliche verstellen. In Ostafrika droht eine Dürrekatastrophe gerade in eine unvorstellbare Hungersnot zu kippen. In Kenia, Somalia und Teilen Äthiopiens bleibt der Regen aus, nach Angaben der Unicef drohen allein 500.000 Kinder an Hunger zu sterben.

Unangenehm, dass Griechenland hohe Schulden hat, aber die Bilder vom Horn von Afrika sollten die internationale Staatengemeinschaft wachrütteln. Die dortige Armut und die Bedingungen in den Flüchtlingslagern sind entsetzlich, und egal wie hoch die Schulden eines Industrielandes sind: Dort muss geholfen werden - rasch und viel.

Hilfsorganisationen sind immer noch auf sich selbst angewiesen, Spenden sind rar. Ein paar Tausend Zelte hinzuschicken ist besser als nichts, aber Ostafrika benötigt umfangreiche Lebensmittel-Lieferungen. Denn die Afrikaner können sich - selbst wenn sie dazu in der Lage wären - viele Grundnahrungsmittel wie Erdäpfel nicht mehr leisten, deren Preise stiegen in astronomische Höhen.

Wenn am Donnerstag die Regierungschefs der Euro-Zone zusammentreffen, sollten sie also - bevor sie über Griechenland diskutieren - zuerst Geld ausgeben - Geld für Ostafrika, für Wasser, Lebensmittel und Medikamente.

Der Markt reagierte rasch und amoralisch auf die Dürre in Ostafrika - die Agrarpreise ziehen an. Nun ist die Politik gefragt, ähnlich rasch zu reagieren. In den Militär-Kasernen der großen Länder stehen ausreichend Flugzeuge herum, sie könnten nun Weizen statt Waffen befördern.

Europa und die USA haben in Afrika meist eine wenig ruhmreiche Rolle gespielt, nun ist es hoch an der Zeit für eine positive Einmischung. Die Uhr in Ostafrika tickt, täglich sterben Menschen. Hunderttausende sind auf der Flucht aus einer Heimat, die sie nicht mehr ernähren kann.

Die Schuldenkrise (vor allem) in Griechenland ist furchtbar, doch dort verhungert niemand. Und die Vereinten Nationen sollten ihren Auftrag wieder ernster nehmen, die UNO reagierte zuerst zögerlich auf die absehbare Katastrophe in Ostafrika.

Die Euro-Zone mag in ihrer Existenz bedroht sein, doch südlich von ihr droht ein wahres Armageddon.




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Leitartikel, Göweil

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2012
Dokument erstellt am 2011-07-19 17:17:04
Letzte Änderung am 2011-07-20 07:50:18


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