
Die Welt hat gelernt aus den Fehlern der vergangenen Jahre: Die Defizite sinken, das Wachstum beschleunigt sich, die Arbeitslosigkeit in Europa sinkt. In Brüssel sitzt ein gewählter Präsident, dem eine europäische Regierung zur Seite steht. Am Ende haben alle EU-Staaten akzeptiert, nur noch eine Provinz in den Vereinigten Staaten von Europa zu sein (nur die Briten haben eine Autonomie-Klausel bekommen).
Die Banken sind im Griff, eine EU-weite Aufsicht sorgt für rigide Beschränkungen der Spekulationsgeschäfte. Sogar in Kärnten sind Politiker am Ruder, die unter dem Begriff "Gericht" nur etwas zu essen verstehen.
Finanzspekulationen auf Nahrungsmittel sind verboten worden, in Nordkorea finden Reformen statt, im Iran haben die Mullahs kapiert, dass der Islam eine Religion ist und keine Verfassung für einen Staat. Syrien ist nach dem Sturz Bashar al-Assads vorerst UNO-Protektorat. In den USA gibt es strikte Waffengesetze, und in Wien fährt die U-Bahn direkt zum Hauptbahnhof. Die britische Prinzessin Kate ist schwanger, und Japan hat den Walfang verboten.
Es ist Sommer, das Wetter ist schön.
So könnte es sein, wenn die Welt gelernt hätte aus den Fehlern vergangener Jahre. Die aktuellen Meldungen hingegen provozieren die Frage, was eigentlich in den vergangenen Jahren gelöst worden ist. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, eine Art Notenbank der Notenbanken, ortet im globalen Finanzsystem Zustände wie nach der Lehman-Pleite im September 2008. Die Welternährungsorganisation FAO warnt aktuell vor einer Lebensmittel- und Hungerkrise wie 2008 - inklusive der damit zusammenhängenden Finanzspekulationen. In Syrien mordet Assad ungebremst weiter. Israel sorgt sich zu Recht, dass der Welt der Überblick übers iranische Atomprogramm verloren geht.
In Europa konstatieren selbst wohlmeinende Politiker eine zunehmende Desintegration, auf die Griechen wird hemmungslos geschimpft. In Italien bereitet Ex-Premier Silvio Berlusconi sein Comeback vor - schon als Ankündigung eine gefährliche Drohung. Wie die Euro-Krise zu lösen sein wird, kann und will niemand beantworten.
In China wird eine Yuan-Abwertung vorbereitet - die chinesischen Produkte werden billiger. In Europa sind dadurch noch mehr Industriearbeitsplätze gefährdet.
Es ist Sommer, das Wetter ist schön.
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