• vom 16.08.2012, 17:58 Uhr

Leitartikel

Update: 16.08.2012, 18:09 Uhr
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Stronach als Uraltpolitiker


Von Reinhard Göweil

Reinhard Göweil

Reinhard Göweil Reinhard Göweil

Frank Stronach will also Österreichs Politik modernisieren - mit Rezepten aus dem vorigen Jahrhundert. Der Schilling müsse wieder eingeführt werden - nicht nur Magna Europe mit Sitz in Österreich würde sich herzlich für die danach folgenden Verluste bedanken. Sodann mit einem Kärntner Bürgermeister und SPÖ-Nationalratsabgeordneten, der weiß, dass er angesichts der Beschlüsse für die SPÖ nicht mehr im nächsten Parlament sitzen wird. (Sein Vizebürgermeister in Spittal an der Drau will es ihm nun gleichtun.) Weiters mit dem Bestreben, mindestens drei Abgeordnete auf seine Seite zu ziehen, um sich Unterschriften jenes Volkes zu ersparen, dem sich der bald 80-jährige Stronach so sehr verbunden fühlt. Wenn es fünf Abgeordnete werden sollten, noch besser - dann hätte er Klubstatus, und bekäme dafür jene öffentliche Förderung, die er anderswo so heftig anprangert.

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Nein, vor dieser Stronach-Partei muss sich niemand fürchten, auch die FPÖ nicht. Warum er den Ausflug in die Politik überhaupt macht, ist wohl nur damit zu begründen, dass er nun - nach seinem Ausscheiden bei Magna - über viel Zeit verfügt. Seine Aussage, dass er dem Land etwas zurückgeben wolle, klingt lieb, ist angesichts seiner bisherigen politischen Taten aber mit Vorsicht zu genießen.

Dass die FPÖ und die ÖVP aber so stark auf ihn reagieren, zeigt, wie wenig sich die anderen Parteien selbst zutrauen. Ein Jammer. Stronachs wirtschaftspolitisches Programm liest sich wie die Steuererklärung von Mitt Romney - dass dem ein verunsicherter Mittelstand begeistert zujubeln wird, ist kaum zu erwarten.

Die andere neue Partei, die Piraten, suchen in Österreich gerade wieder Personal, das als Ansprechpartner geeignet wäre.

So schaut also die politische Alternative aus: Uraltpolitiker Stronach sowie eine Piratenpartei, die vorwiegend aus ihrem Namen besteht.

Ehrlich: Das hat Österreich nicht verdient.

Zwar hat das Land auch keine FPK verdient, die aus Angst vor dem Volk mittlerweile zum dritten Mal durch Flucht aus dem Landtag Neuwahlen verhindern konnte. Und es gibt noch andere politische Beispiele, was das Land alles nicht verdient hat. Aber Stronach und die Piraten auch noch im Nationalrat, das würde die heimische Politik endgültig zur Farce machen. Es bleibt die Hoffnung, dass möglichst rasch möglich viele Kompetenzen an Europa abgegeben werden.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-16 18:05:07
Letzte Änderung am 2012-08-16 18:09:12


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