• vom 09.10.2012, 18:13 Uhr

Leitartikel

Update: 09.10.2012, 18:25 Uhr
  • Artikel
  • Kommentare (3)
  • Lesenswert (18)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Leitartikel

Wo ist das echte Kärnten?


Von Reinhard Göweil

Reinhard Göweil

Reinhard Göweil Reinhard Göweil

Der Unsinn, den der aus der FPK stammende Finanzlandesrat Harald Dobernig zum Thema "echte Kärntner" verzapft hat, ist schon schlimm genug. Aber das auch noch damit zu rechtfertigen, er habe "radikale Volksgruppenvertreter mahnen wollen" - unter Hinweis auf seine Zuständigkeit für Volkskultur -, geht einfach zu weit.

Werbung

Der erste Sager durfte von leidlich Wohlmeinenden noch als besonders unappetitlicher Wahlkampfauftakt verstanden werden. Die Rechtfertigung zeigt: Dobernig ist so, die FPK ist so. Die Freiheitlichen (nur?) in Kärnten sind in ihrer Funktionärsschicht eine radikale Partei, die noch dazu den persönlichen Vorteil über Verfassung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stellt.

Bei der Kärntner Wahl, die nun also - in der politischen Logik der Feigheit der FPK folgend - aller Voraussicht nach am 3. März 2013 stattfindet, haben die "echten Kärntner" (also die Wahlberechtigten) die Chance, dieser Partie (äh, Partei) die Chance zu zeigen, wo der Bartl den Most holt. Und die politischen Mitbewerber haben wohl oder übel die Pflicht, die FPK in
die Opposition zu schicken. Natürlich wäre es politisch unklug von der SPÖ, der (dort neuen) ÖVP und den Grünen, jetzt schon als vereintes Gegengewicht zur FPK aufzutreten. Das würde die FPK tendenziell stärken.

Denn der laut Dobernig "in der Mitte der Brücke" stehende Spitzenkandidat der Kärntner Freiheitlichen, Gerhard Dörfler, muss aufpassen, dass besagte Brücke nicht unter ihm zusammenbricht. Deren Pfeiler heißen Kurt Scheuch und eben Dobernig.

Und wenn sich nun der FPK-Klubobmann darüber aufregt, dass ÖVP-Obmann Michael Spindelegger den freiheitlichen Kärntner Landesrat als "Provinzpolitiker" bezeichnet, so passt dies gut ins Bild einer morschen Konstruktion. Denn Dobernig ist ein Provinzpolitiker. Aber das passt eben nicht in die Allmachtsfantasien der Kärntner Freiheitlichen.

Wenn Dobernig Rückgrat hätte, würde er zurücktreten. Er hat jedoch bereits klargestellt, dass er dies nicht tun wird. Wenn wenigstens der bundespolitisch ambitionierte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Rückgrat hat, fährt er seinem Kärntner Ableger in die Parade. Aber es ist halt der einfachere Weg, beim politischen Gegner Sauberkeit einzufordern und nicht in den eigenen Reihen.




Schlagwörter

FPK, Kärnten, Harald Dobernig

3 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-09 18:18:15
Letzte Änderung am 2012-10-09 18:25:30


Beliebte Inhalte



Reinhard Göweil Im nun begonnenen Prozess zwischen Bawag und Stadt Linz um den "Franken-Swap", bei dem es um 470 Millionen Euro geht, lässt der Richter aufhorchen...weiter

Walter Hämmerle. Die Nachricht von der Bespitzelung kritischer US-Journalisten durch die Obama-Administration wurde in den meisten europäischen Medien mit einem...weiter

Reinhard Göweil Die Rechnung von Grünen-Wirtschaftssprecher Kogler, dass am Ende des Tages zehn Milliarden Euro aus der "Bankenrettung" beim Steuerzahler hängen...weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter

Reinhard Göweil Großkonzerne wie Apple, Amazon oder Microsoft zahlen wenig bis gar keine Steuern. Die mannigfaltigen, völlig legalen Steuerausnahmen gepaart mit...weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter

Reinhard Göweil Die Rechnung von Grünen-Wirtschaftssprecher Kogler, dass am Ende des Tages zehn Milliarden Euro aus der "Bankenrettung" beim Steuerzahler hängen...weiter

Reinhard Göweil Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bezeichnete die mit 28 Prozent unverändert geringe Beteiligung an den Hochschülerschaftswahlen als...weiter

Reinhard Göweil Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will einen einheitlicheren europäischen Arbeitsmarkt. Das hat zunächst recht egoistische Gründe...weiter

Reinhard Göweil Der junge Mann, der an der Med-Uni Graz nicht jene Lehrveranstaltungen besuchen konnte, die ihm einen rascheren Studienabschluss ermöglicht hätten...weiter



Werbung




Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971,

Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers. Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt.

"Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten. Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Werbung