• vom 26.02.2016, 17:07 Uhr

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Update: 26.02.2016, 17:22 Uhr

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Das nächste Organversagen




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Von Reinhard Göweil

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Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

Die nun veröffentlichte Studie über "islamische Kindergärten" in Wien zeigt - leider - wieder einmal eines: ÖVP und SPÖ sowie Bundes- und Landeseinrichtungen sind schnell dabei, mit dem Finger auf den jeweils anderen zu zeigen. In Wahrheit hat sich aber offenbar als einziges - auf länger als drei Jahre - eingebürgert: Bei den wesentlichen Themen nicht mehr zusammenzuarbeiten. Denn die Studie zeigt überdeutlich, dass engagierte Pädagogen und Behördenmitarbeiter von allen politisch Vorgesetzten im Stich gelassen werden.

Das alles auf die Gemeinde Wien abzuwälzen, mag der ÖVP-Zentrale gefallen, der Sache hilft es nicht. Dass die Familienministerin (ÖVP) Förderungen an die Gemeinde Wien (SPÖ) stoppte, weil in Kindergärten radikal-islamische Inhalte verbreitet werden, war purer Aktionismus. Dass der bei Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) angesiedelte Integrationsfonds der von der Zuwanderung am stärksten betroffenen Großstadt Wien nicht längst hilft, sondern mit dubiosen Immobilien-Geschäften den Rechnungshof beschäftigt hat, ist - mittelgut.

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Und - so die Studie: Die Prüfung von Trägervereinen der Kindergärten durch den Verfassungsschutz (Innenministerium!) "reicht bei weitem nicht aus". Zu schlechter letzt hat die Gemeinde Wien Anträge (etwa zur Sprachförderung) verwaltungstechnisch bearbeitet, aber sich nicht darum gekümmert, was in den Kindergruppen abgeht. Ein bisschen ist der Kindergarten-Bericht von Ednan Aslan wie der Griss-Bericht zur Hypo Alpe Adria. Er zeigt, dass das Thema Integration zwar Geld kostet, aber absolut nicht abgestimmte Körperschaften erschreckend wenig daraus machen.

Dem Bericht nun eine flächendeckende Überprüfung der Kindergärten folgen zu lassen, mag okay sein. Die wirkliche Frage lautet aber: Was passiert jetzt? Es wäre notwendig, private und öffentliche Kindergärten jeweils individuell zu unterstützen. Manche sind zu schließen und als öffentliche Kindergärten weiterzuführen. Beim (offenkundig oft fehlenden) Engagement muslimischer Eltern ist auch die Zivilgesellschaft gefordert, der es bisher bloß ermöglicht wird, bei Kindergärten (auch Reichen-)Ghettos zu organisieren. Das alles verlangt Geld und Mut sowie eine gemeinsame Arbeit von Regierungsparteien, Bund, Ländern und Gemeinden. Davon ist allerdings nichts zu sehen.




Schlagwörter

Leitartikel, ÖVP, SPÖ, Integration

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-02-26 17:11:04
Letzte nderung am 2016-02-26 17:22:15



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