• vom 20.12.2016, 16:47 Uhr

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Update: 20.12.2016, 16:58 Uhr

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Die Werte Europas




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Von Reinhard Göweil

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Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

"Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen", sagte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck, und er traf damit den Punkt. Natürlich ist die Wut in der europäischen - nicht nur der deutschen - Bevölkerung groß. Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin war hinterhältig und hinterlässt bei den meisten wohl ein Gefühl der Hilflosigkeit.

Wenn die Politik diese Stimmung aufnimmt und Gesetze verschärft oder Feste und Märkte verbietet, dann haben die Täter gewonnen. Es kommt nun darauf an, dass die etablierte europäische Politik ständig und deutlich erklärt, dass Rache ein schlechter Ratgeber ist, wenn es um die Zukunft des europäischen Gesellschaftsmodells geht. Genau dieses gesellschaftliche System soll durch derartige Anschläge untergraben werden.

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Die Polizei und die Nachrichtendienste müssen natürlich alles tun, um solche Gewaltakte zu verhindern. Doch die Bürger Europas sollten erkennen, dass es gerade jetzt notwendig ist, sich einer freien und demokratischen Welt zu besinnen. Sie ist uns in Europa selbstverständlich geworden, und gerade Selbstverständlichkeiten werden oft nicht beachtet.

Das Sterben in Aleppo und die Kämpfe in der Ostukraine zeigten, dass die Einschläge näher kommen. Der Anschlag in Berlin erinnert uns daran, dass sie längst bei uns angekommen sind.

Über Sinn und Unsinn der Flüchtlingspolitik des Jahres 2015 zu streiten, ist in diesem Zusammenhang relativ sinnlos. Es geht nun darum, sich der Grundwerte des Zusammenlebens in Europa neu bewusst zu werden.

Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Pluralismus, Toleranz, Gerechtigkeit und Solidarität wollen nun verteidigt werden. Die Geschichte Europas hat gezeigt, dass auf diesen Pfeilern eine wohlhabende und friedliche Gesellschaft entsteht. Wenn diese Werte verloren gehen, wird Europa in der Folge den Frieden und auch den Wohlstand verlieren.

Europas Politik sollte daher jetzt nicht über griechische Sparprogramme diskutieren, sondern darüber, wie die gemeinsame Basis aufrechterhalten werden kann. Denn diese Werte sind es letztendlich, die Europa von anderen Mächten wie den USA, Russland oder China unterscheiden. Die Wahnsinnstat mitten in Berlin hat erneut klargemacht, dass es Kräfte gibt, die das europäische Erfolgsmodell zerstören möchten. Das dürfen wir nicht zulassen - wir alle.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-20 16:53:05
Letzte Änderung am 2016-12-20 16:58:50



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