• vom 17.03.2017, 18:18 Uhr

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Update: 17.03.2017, 18:30 Uhr

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Wahnsinn mit Methode




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Von Reinhard Göweil

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Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

Dass US-Präsident Donald Trump und seine Truppe im Weißen Haus gerne grund- und haltlos Politiker und Journalisten beschimpfen, gehört bereits zum schlechten Ton in Washington. Der Wahnsinn hat aber Methode, die Abhörverdächtigungen gegen Barack Obama und den britischen Geheimdienst sind wohl bloße Ablenkungsmanöver. Denn Trump ist gerade dabei, die amerikanische Gesellschaft endgültig zu spalten. Dem nun ebenfalls richterlich aufgehobenen Einreiseverbot, Teil II, wird wohl ein Teil III folgen.

Beängstigend sind auch seine Budgetpläne, die sogar bei republikanischen Parteifreunden im US-Kongress auf Widerstand stoßen. Denn seine Ankündigung, das US-Verteidigungsbudget um mehr als 50 Milliarden Dollar zu erhöhen, ist für die ganze Welt eine Gefahr. Trump will "Kriege gewinnen", wie er sagte.

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Und sein Außenminister, Rex Tillerson, hat schon ein Ziel: Nordkorea. Nun sind die Raketentests des Landes das Gegenteil von lustig, keine Frage. Aber ein militärischer Angriff der USA gegen das irre Regime in Pjöngjang würde wohl China nicht einfach so hinnehmen. Südostasien würde in eine schwer kontrollierbare Situation geraten, China hat seine Truppen an der Grenze zu Nordkorea bereits verstärkt.

Ein innen zerrissenes und nach außen aggressives Amerika wäre global so was wie ein Super-GAU. Eine Wirtschaftskrise wäre dabei noch die zivilisierte Variante. Wenn die Trump-Eskapaden in Europa vielen Bürgern mittlerweile auf den Nerv gehen, so muss leider festgestellt werden, dass ihre Auswirkungen weit über die Sperrzone rund ums Weiße Haus hinausgehen. Russland fühlt sich von den streitenden USA mittlerweile so unbelästigt, dass sie ungeniert in der Ostukraine einen Staat im Staat aufbauen. Ähnlich unverfroren versucht Putin, die Länder am Westbalkan zu destabilisieren, auch dies ohne erkennbare US-Reaktion.

Für Europa ist Trump ein Desaster, das zeigt sich mit jedem Tag deutlicher. Seine politischen Pläne, überstrahlt von Tweets der eher verrückten Art, gefährden Stabilität und Wohlstand in Europa. Auch wenn die internationale Diplomatie Höflichkeit gebietet, so wäre es doch ein Segen, wenn dieser US-Präsident weit vor Ende der Amtszeit zurücktreten müsste. Denn er wird weder die USA "great again" machen noch die Welt sicherer.




Schlagwörter

Leitartikel, Donald Trump, USA, Budget

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-17 18:23:06
Letzte Änderung am 2017-03-17 18:30:31



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