• vom 31.03.2017, 17:26 Uhr

Leitartikel

Update: 31.03.2017, 18:17 Uhr

Leitartikel

Eisenbieger Trump




  • Artikel
  • Kommentare (8)
  • Lesenswert (53)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Reinhard Göweil

  • Leitartikel

Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

Da investiert die Voestalpine eine Milliarde Dollar in Texas, beschäftigt in 49 US-Standorten insgesamt fast 2300 Mitarbeiter - und dann muss sie sich vom US-Präsidenten blöd anreden lassen. Dabei war es die Voestalpine, die bei ihrer Investitionsentscheidung gelobt hat, wie freundlich die US-Politik sie behandle - im Gegensatz zur heimischen. Das war unter US-Präsident Barack Obama, nun will Donald Trump rückwirkend Zölle auf Produkte der Voestalpine einheben.

Auch die Aktionäre der Voestalpine, etwa die Mitarbeiterstiftung, dürfen sich beim Eisenbieger Trump bedanken. Die Mitarbeiter des Konzerns haben erst jüngst eine kleine Kapitalerhöhung alleine gestemmt und sind auf dem Sprung, der größte Einzelaktionär des erfolgreichen Unternehmens zu werden.


Nun ging die Aktie um drei Prozent zurück, das sind schwache 200 Millionen Euro Vermögensverlust (wenn auch nur auf dem Papier), bloß durch einen dümmlichen Satz des amerikanischen Präsidenten.

Ob die Voestalpine ihr Ziel, in Nordamerika (also USA, Kanada und Mexiko) den Umsatz bis 2020 aud drei Milliarden Dollar fast zu verdreifachen, noch aufrechterhalten kann, sei in Frage gestellt.

Denn Trump ist nicht nur innen- und außenpolitisch eine Gefahr, sondern auch auf gutem Weg, der wirtschaftspolitisch schlechteste US-Präsident seit 100 Jahren zu werden.

Nun lässt er prüfen, warum die USA so eine schlechte Leistungsbilanz haben. Das könnte zwar der Internationale Währungsfonds in etwa einer halben Stunde beantworten, aber es geht dabei nicht um die Antwort auf eine Frage. Trump will die politische Fiktion aufrechterhalten, er bringe die Jobs in die USA zurück.

Am Beispiel Voestalpine lässt sich erahnen, dass er damit eher ein Jobverhinderungsprogramm historischen Ausmaßes kreieren wird.

Trump ist dabei, die USA als Führungsmacht der Welt vollkommen zu diskreditieren. Das mag seinen Freund Wladimir Putin im Kreml mit Genugtuung erfüllen, für die USA und den Rest der Welt ist es ein Desaster.

Trump will die USA abschotten und lässt sich dabei von Fakten (siehe Voestalpine) nicht irritieren. Europas Konzerne werden aufwachen und ihr atlantisches Geschäftsmodell hinterfragen müssen. Andernfalls ruiniert es ihnen der Eisenbieger Trump.




8 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-31 17:30:09
Letzte Änderung am 2017-03-31 18:17:08



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Kann die Wahrheit Verhetzung sein?
  2. Das Einfachste am Anfang
  3. Die Schule und die Migration
  4. Die Hegemonie zurückgewinnen?
  5. Bitcoin & Co. - das neue Geld?
Meistkommentiert
  1. Es geht hier nicht um Sex
  2. Kann die Wahrheit Verhetzung sein?
  3. Die "Hashtag-Justiz"
  4. Das Geschäft mit unserer Schwäche
  5. #MeToo - die Chance auf einen gesellschaftlichen Kulturwandel

Werbung




Werbung


Werbung