• vom 31.05.2017, 17:36 Uhr

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Update: 31.05.2017, 17:57 Uhr

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Wildes Klima




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Von Reinhard Göweil

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Chefredakteur Reinhard Göweil.

Chefredakteur Reinhard Göweil. Chefredakteur Reinhard Göweil.

Donald Trump macht derzeit ein großes Geheimnis daraus, ob die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigen oder nicht. Es war schon kurios, dass sich der US-Präsident beim Treffen der sieben größten Industrienationen vorige Woche dazu nicht äußern wollte, denn es ist klar: Trump will aussteigen, die mächtige US-Kohleindustrie macht großen Druck. Politisch wird es nicht ganz so einfach sein, auch in seiner Republikanischen Partei gibt es viele, die es für sinnlos halten, den Klimawandel zu leugnen.

Tatsächlich ist es sinnlos. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen belegen die Erderwärmung genauso wie die Wetterkapriolen, die nichts mit natürlichen Phänomenen zu tun haben. Wenn Trump schon den Forschern nicht glaubt, genügt ein Blick in die Modelle der großen Rückversicherungen. Und die wollen - wie Trump - eigentlich nur Deals machen.

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Ein Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen wäre jedenfalls desaströs. Die Amerikaner verbrauchen - je Einwohner gerechnet - mehr als doppelt so viel Energie wie die Europäer. Bei den erneuerbaren Energien hinken die USA hoffnungslos hinterher, selbst im Vergleich zu China. Trump wurde von vielen Kumpels gewählt, weil er die Kohleindustrie wieder forcieren möchte - für das Weltklima ein Irrsinn.

Von Menschen verursachte Naturkatastrophen lösen Flüchtlingsströme aus und führen zu immensen Zerstörungen. Damit haben sich dann Staaten zu beschäftigen, nicht jene Unternehmen, die das alles verursachen. So ist es auch beim Klimawandel.

Trumps Leugnung des Klimawandels hat zudem sehr negative Auswirklungen auf die Forschung. Um der Erderwärmung Herr zu werden, sind enorme technologische Innovationen notwendig. Dieser Forschung entgehen Milliarden, wenn Trump in den USA lieber die ihm gewogene Kohleindustrie bedient.

China hat die Zeichen der Zeit erkannt, Europa auch. Sollten die USA aus dem Pariser Abkommen aussteigen, müssten diese beiden Wirtschaftsmächte in den Bereichen Energie, Industrie und Städteentwicklung umso enger zusammenarbeiten. In der Zeit nach Trump müssten die USA denn eben jene Technologien kaufen, die in Europa und Asien entstehen.

Bis dahin wird es aber sehr viele Tote geben, Überschwemmungskatastrophen und Dürren, die Elend und Hungersnöte auslösen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-31 17:42:08
Letzte ńnderung am 2017-05-31 17:57:06



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