• vom 26.12.2017, 16:31 Uhr

Leitartikel

Update: 26.12.2017, 16:42 Uhr

Council on Foreign Relations

Wird 2018 wieder turbulent?




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Von Thomas Seifert

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Thomas Seifert.

Thomas Seifert. Thomas Seifert.

Donald Rumsfeld, ein Getreuer von George W. Bush, hat das Irak-Debakel mitzuverantworten und geht daher eher nicht als brillanter US-Verteidigungsminister in die Geschichte ein. Als Polit-Philosoph kann man ihn aber durchgehen lassen. Von ihm stammt nämlich das Zitat: "Es gibt bekannte Bekannte - es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Wir wissen auch, dass es bekannte Unbekannte gibt - das heißt, wir wissen, es gibt einige Dinge, die wir nicht wissen. Aber es gibt auch unbekannte Unbekannte - es gibt Dinge, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen."

Der höchst einflussreiche US-Rat für Außenpolitik hat eben seine jüngste Prognose zu möglichen außenpolitischen Krisen im Jahr 2018 vorgelegt. Die wichtigsten Erkenntnisse: Der Einfluss des Iran wächst. Die Verbündeten im Irak und in Syrien sind wieder stabilisiert. Die Hisbollah bleibt im Libanon weiter in der Regierung. Huthi-Rebellen kämpfen im Jemen in einem Stellvertreterkrieg gegen Saudi-Arabien.


Nordkorea wird weiter in den Schlagzeilen bleiben und die Entwicklung seines Nukleararsenals vorantreiben. Der Ausbruch eines Krieges - verursacht durch eine Provokation oder ein Missverständnis - ist jederzeit denkbar. Auch die Krise in Venezuela spitzt sich zu: Laut einer Prognose des Internationalen Währungsfonds wird die Inflation im Land im Jahr 2018 bis zu 2300 Prozent erreichen. Im Dezember 2018 finden dort Präsidentenwahlen statt - Unruhen sind zu befürchten.

US-Präsident Donald Trump droht China mit einem Handelskrieg, fordert Reformen des nordamerikanischen Handelsbündnisses Nafta, die für Kanada und Mexiko inakzeptabel sind, und führt einen Kleinkrieg gegen die Welthandelsorganisation WTO. Turbulenzen im Welthandel könnten die Weltwirtschaft gefährden.

Trump droht in Washington Ungemach: Robert Muellers Ermittlungen zu Trumps Russland-Affäre kommen dem Präsidenten gefährlich nahe.

Die Krise der Demokratie ist nicht überwunden: Die Türkei und Thailand sind in den Autoritarismus zurückgerutscht. Die EU eröffnet ein Verfahren gegen Polen. Brexit und Sezessionsbewegungen in Spanien schwächen Europa. Der ziemlich sichere Wahlsieg Wladimir Putins in Russland ist ein Triumph für die Anti-Demokraten.

Aber es gilt: Das einzige, das wir sicher über die Zukunft sagen können, ist, dass sie vor uns liegt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-26 16:35:05
Letzte Änderung am 2017-12-26 16:42:31



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