• vom 03.01.2018, 16:25 Uhr

Leitartikel

Update: 03.01.2018, 16:43 Uhr

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Geständnis eines Scheiterns




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Von Walter Hämmerle

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Walter Hämmerle

Walter Hämmerle Walter Hämmerle

Demnächst jährt sich die Angelobung Donald Trumps zum ersten Mal. Und noch immer versucht eine ratlose Weltöffentlichkeit, den 45. Präsidenten der USA nach ihren herkömmlichen rationalen Kategorien zu bewerten. Dass dies ein eigentlich sinnloses Unterfangen ist, dazu bedürfte es längst keiner weiteren Belege mehr; die bisherige Amtszeit spricht diesbezüglich Bände. Und trotzdem lassen die Politikexperten und Medien rund um den Globus nichts unversucht, Trump in eine ihrer Schubladen zu pressen, nur um jedes Mal aufs Neue am amtierenden US-Präsidenten zu verzweifeln.

Es ist ja auch wirklich unmöglich, jemanden als Politiker ernstzunehmen, der doch tatsächlich auf die Drohung des Chefs eines skrupellosen massenmörderischen Regimes in Nordkorea, sein Knopf zum Auslösen eines Atomschlags sei immer auf seinem Schreibtisch, mit dem Hinweis darauf antwortet, dass sein, nämlich Trumps, Atomkopf "viel größer und mächtiger" sei und darüber hinaus auch noch funktioniere.


Diese Form der Kommunikation widersetzt sich so offensichtlich jeder sinnhaften politischen Analyse, dass jeder Versuch, darin dennoch irgendeine herkömmliche Strategie entdecken zu wollen, nur die Analysten noch lächerlicher wirken lässt. An Trump selbst perlen die mittlerweile unzähligen Versuche, ihn zu kategorisieren, längst folgenlos ab. Er macht sein eigenes Ding, nach seiner eigenen Logik.

Von daher endet jeder Versuch einer rationalen Analyse Trumps und seiner Äußerungen nur immer und immer wieder beim verzweifelten Versuch des Hasen, den Igel im Wettrennen zu besiegen. Trump spielt hier den Igel, der den so siegessicheren wie selbstbewussten Hasen überlistet, indem er auf die Spielregeln pfeift.

Für Politikjournalisten mag sich diese Einsicht wie eine Bankrotterklärung anfühlen, womöglich ist sie das ja auch. Aber es wäre immerhin ehrlich, sich einzugestehen, dass sich Trump mit den herkömmlichen Methoden des Journalismus nicht oder jedenfalls kaum fassen lässt.

Entscheidender als gekränkte Eitelkeiten des politisch-medialen Komplexes ist ohnehin, dass die Maßgaben der US-Verfassung und des Rechtsstaats auch auf Trump und sein Team ihre volle Anwendung finden. Nach dieser Vorgabe wird das Phänomen Trump eher früher als später auf das Maß eines ganz normalen Staatsbürgers zusammenschrumpfen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-03 16:29:07
Letzte nderung am 2018-01-03 16:43:29



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