Marie, Marie, i kriag ned gnua von dia!
Zur Kolumne von Robert Sedlaczek, 7. Dezember
Zur Herkunft von "Marie" für "Geld": Natürlich ist manches nie restlos geklärt. Die Ableitung vom Maria-Theresien-Taler ist aber sehr wahrscheinlich.
In verschiedenen Sprachen ist es üblich, Münzen nach dem darauf befindlichen Bild zu benennen. So hörte ich in den siebziger Jahren eine spanische Verkäuferin die damals neuen Peso-Münzen zärtlich "Carlito" nennen, nach dem vor kurzem inthronisierten König Juan Carlos. Aus Frankreich bekannt ist der nach Ludwig XIV. benannte "Louis dor". In Raimunds "Verschwender" singt Valentin "Hab die Taschen voller Maxen, was den Madeln so gefällt" und meint damit die von Kaiser Maximilian I. eingeführten Taler, obwohl es diese zu Raimunds Zeit gar nicht mehr gab.
Günter Stickler,
per E-Mail
Dumme Sache Schuldenbremse
Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 5. Dezember
Immer deutlicher zeigt sich nun, wie sehr die Politik in Wahrheit sich in Geiselhaft der Kapital- und Finanzmärkte befindet.
Klar und deutlich hat sich nun unser Staatsoberhaupt Bundespräsident Heinz Fischer mahnend an die Verantwortungsträger aller politischen Kräfte unseres Staates gewandt.
Solange das Trennende vor dem Gemeinsamen steht, haben die Ratingagenturen leichtes Spiel im Interesse der Märkte. Doch anscheinend sind manche Politiker mit Blindheit beschlagen, da sie die Situation nicht erkannt haben oder erkennen wollen.
Jede Form eines Diktates führt unweigerlich in den Abgrund, wie uns die Geschichte immer wieder bewiesen hat.
Peter Stickler,
per E-Mail
Budgetdisziplin allein wäre zur Eurorettung zu wenig
Zum Artikel von W. Tucek und
H. Sileitsch, 6. Dezember
Obwohl die Krise seit nunmehr drei Jahren andauert, ist es weder auf EU-Ebene noch in Österreich gelungen, zukunftsträchtige Konzepte zur Krisenbewältigung auszuarbeiten, geschweige denn umzusetzen.
Nach wie vor gibt es keinen nationalen oder auch staatsübergreifenden Schulterschluss, der das große Gemeinsame über Partei- bzw. Landesinteressen stellt, sondern es wird nach wie vor Klientelpolitik betrieben beziehungsweise werden einzelstaatliche Interessen verfolgt.
Hinzu kommt, dass der Bevölkerung diese Beschlüsse als alternativenlos dargestellt werden und über deren Interessen ohne Rücksicht drübergefahren wird.
Durch den geplanten Fall des Einstimmigkeitsprinzips auf EU-Ebene wird sich die wahrgenommene Machtlosigkeit beziehungsweise Ausgeliefertheit der kleinen Staaten und deren Bevölkerung weiter zunehmen, womit die Abneigung gegenüber der EU in Österreich weiter zunehmen wird.
Neben dem schwer bewältigbaren wirtschaftlichen Problem hat die EU auch ein nicht zu unterschätzendes demokratiepolitisches, womit eine Prolongation der Krise und damit verbundenen erheblichen Belastungen für die Steuerzahler vorprogrammiert ist.
Letzten Endes ist keine Lösung ohne Einbeziehung der Bevölkerung und dadurch bewirkter breiter Unterstützung möglich.
Mag. Robert Cvrkal,
per E-Mail
Verquere Euro-Welt bei Finanz und Politik
Zum Leitartikel von Reinhard Göweil, 6. Dezember
Ich möchte Reinhard Göweil an dieser Stelle für seine klaren Worte zum aktuellen Verhalten der Ratingagenturen danken. Lange habe ich in deutschen Zeitungen nach einer solchen Stellungnahme vergeblich gesucht. Seine Ausführungen haben mir aus dem Herzen gesprochen, auch weil sie die Rolle unserer Euro-Politiker dabei nicht aussparen.
Thomas Giese,
D-07751 Jena
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Der Leitartikel tut dem demokratischen Restempfinden gut. Warum finden andere nicht ebenso klare Gedanken zu Analystenbewertungen der Ratingagenturen?
Dr. Franz Mangelberger,
1070 Wien