• vom 28.09.2012, 18:06 Uhr

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Update: 01.10.2012, 16:27 Uhr
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Leserforum 29.9.



Zur Meinungsfreiheit und gewaltsamen Protesten
Die Unschuld des Brandstifters

Zurzeit erleben wir eine weitere Episode der Provokation von Muslimen durch den Schmäh-Film "Die Unschuld der Muslime" und es folgten gewaltsame Proteste und Übergriffe.
Wiederholen sich die Ereignisse? Zuerst agitiert jemand unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit gegen den Islam. Dies treibt extremistische Kräfte in der islamischen Welt zu Gewaltakten an. Und während die Landsleute des Agitators weltweit in Gefahr leben, sitzt dieser an einem sicheren Ort und beobachtet das Spektakel überrascht. Als wäre der Unruhestifter verwundert, dass er sich für immer in den Geschichtsbüchern verewigen würde.
Trotzdem gibt es einen markanten Unterschied zu der vergangenen Islam-Hetze. Europa befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Die arabische Welt hatte ihren Arabischen Frühling, der durch den Westen energisch gestützt wurde. Nun greifen aber Islamisten nach der Macht und drängen die Zukunft in eine totale Ungewissheit.
Gerade jetzt, wo alles außer Kontrolle zu geraten scheint, haben es westliche Staaten verstanden, wie wichtig es ist, deeskalierend zu wirken. Denn in instabilen Zeiten suchen Menschen nach festen Werten. In der arabischen Welt, gibt es extreme Randgruppen, die sich solche Schmähungen zunutze machen, um durch die Schaffung eines westlichen Feindbildes vermehrt Anhänger zu gewinnen.
Genauso gilt es auch für den Westen. Auch hier gibt es viele Stimmen, die sich gegenseitig drin bestärken, die Meinungsfreiheit als höchstes und grenzenloses Gut anzuerkennen. All dies, damit wir in der Gegenüberstellung zu konträren Wertvorstellungen unseren scheinbaren zivilisatorischen Fortschritt beweisen können.
Aber ist derjenige am fortgeschrittensten, der die Verletzung menschlicher Gefühle oder die Beleidigung einer Religion duldet oder gar fördert und dadurch das soziale Klima gefährdet?
Der in den Medien allgegenwärtige Mob, der durch die Straßen zieht, handelt nicht aus Liebe zum Propheten und aus religiöser Verpflichtung heraus. Ihr weltlicher Frust sucht ein Ventil und wird fündig. Es widerspricht in jeder Hinsicht der Lehren des Islam. Denn der Islam sieht für Verunglimpfungen und blasphemische Äußerungen keinerlei weltliche Strafe vor.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-28 18:11:04
Letzte Änderung am 2012-10-01 16:27:06


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