Norwegisches Umdenken
Die Finanzierung des Nordischen Gender-Instituts in Oslo wurde gestrichen
Ende 2011 wurde dem 1995 gegründeten Nordischen Gender Institut, mit Sitz an der Universität Oslo, die millionenschwere Finanzierung gestrichen. Beschlossen vom Nordischen Rat aus Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland und Island - dem Whos Who der Länder, die als Aushängeschild der Gender-Forschung und -Theorien gelten.
Als Auslöser gilt der norwegische Komiker und Soziologe Harald Eia, der 2010 für das öffentlich-rechtliche Fernsehen die siebenteilige populärwissenschaftliche Serie "Hjernevask" (Gehirnwäsche) produzierte. Er fragte, warum sich trotz jahrzehntelanger massiver Frauenförderung bei der Berufswahl der Mädchen nichts geändert hatte und Mädchen sogar verstärkt in frauentypische Berufe drängten. Dann präsentierte er die Meinungen der norwegischen Gender-Forscher international anerkannten Wissenschaftern, mit deren Antworten er dann die eigenen Forscher konfrontierte.
Im Kern der Aussagen behaupteten die Norweger, naturwissenschaftliche Faktoren würden beim Unterschied zwischen den Geschlechtern kaum eine Rolle spielen, sondern Geschlechterrollen würden erlernt. Um noch eins draufzusetzen, erklärten sie die Erkenntnisse der Naturwissenschafter als tendenziös und ihre eigenen Theorien als schlüssig. Dafür wurde Eia mit dem "Fritt Ord"-Ehrenpreis (= Freies Wort) ausgezeichnet. Die durch die Serie ausgelöste öffentliche Debatte verstummte auch nach eineinhalb Jahren nicht, sodass sich der Nordische Rat entschloss, die Finanzierung des Instituts vollständig zu streichen.
Eine Nachricht, die man zunächst nicht glauben mag, hat sich doch die Gender-Forschung auch hierzulande zum unverzichtbaren Bestandteil des schulischen, universitären, politischen und gesellschaftlichen Alltags entwickelt. Wenn eine Frauenquote in Aufsichtsräten, die Verwendung des Binnen-I, von Polizistinnen und Soldatinnen deutlich geringere körperliche Leistungsfähigkeit und von Frauen allgemein eine geringere Punktezahl beim Eignungstest für das Medizinstudium gefordert wird, die im Wesentlichen durch die Berufswahl verursachte geschlechtsspezifische Einkommensschere als diskriminierend bezeichnet oder von der ÖH ein "antiheteronormatives" Café Rosa gegründet wird, so hat die Gender-Forschung dies ermöglicht. Oft mit dem Erfolgsmodell Norwegen begründet.
Auf die Diskussion in Österreich darf man gespannt sein. Insbesondere, ob man bei der Finanzierung aus Steuergeldern dem Weg Norwegens folgen wird. Offenbar ist es doch nicht ketzerisch zu behaupten, dass etwa eine große Einkommensschere mehr ein Zeichen dafür ist, dass Frauen in sozial hochstehenden Ländern so gut versorgt werden, dass sich bei den Berufswünschen der Mädchen nichts ändern muss.
2008 habe ich in meinem Gastkommentar "Raubritterinnen im Wahlkampf" vorgeschlagen, dass unsere meist der Gender-Forschung zugetanen Quoten-BefürworterInnen sicher in Norwegen Plätze in Aufsichtsräten finden würden. Diesen Vorschlag ziehe ich hiermit zurück.
Robert Boder ist IT-Fachmann und beschäftigt sich als ehemaliger Betriebsrat mit Gleichstellungspolitik
Die Regierungsparteien aber auch die im Parlament sitzende Opposition dürfte Realitätsverweigerung betreiben, was ihren Rückhalt in der Bevölkerung betrifft.
Erschwerend kommt hinzu, dass so manche Antwort von offizieller Stelle als reine Pflanzerei der Bürger angesehen wird, womit sich die Unzufriedenheit mit dem herrschenden System permanent steigert und immer mehr Österreicher nach Alternativen suchen. Aber wir suchen nach einer echten Auswahl und wollen nicht, wie seit Jahren, üblich zwischen mehreren mehr oder weniger unzulänglichen Möglichkeiten auswählen.
Und wer garantiert, dass ein neuer Besen nicht innerhalb kürzester Zeit die Position der Altparteien einnimmt und wir nach den Wahlen faktisch nur Namen getauscht haben?
Einzig mittels eines verbrieften Rechtes des Volkes auf Mitbestimmung kann sichergestellt werden, dass die Bevölkerung jederzeit eingreifen kann, wenn sich die Politik vom Volkswillen zu weit entfernt.
Nur, wenn ich von Mitbestimmung spreche, dann meine ich partizipative Demokratie, was bedeutet, dass das Volk dann an einen politischen Entscheidungsprozess mitwirkt, wenn es dies will und nicht, wenn sich die politischen Machthaber nicht einigen können und dann das Volk quasi zum Überstimmen des Koalitionspartners in einer unverbindlichen Volksbefragung, welche noch dazu die nächste Regierung keinesfalls binden kann, missbraucht.
Was hier betrieben wird ist Scheindemokratie und hat mit echter Bürgermitbestimmung oder auch mit einem frühzeitigen, ergebnisoffenen und ehrlichen Dialog der Machthaber mit der Bevölkerung nichts zu tun.
Mag. Robert Cvrkal,
per E-Mai
"Feindliche Übernahme" durch Frank Stronach
Auf das Partei-, pardon: Bewegungsprogramm des Stronachismus müssen wir noch einige Monate warten. Indes, aus dem bisherigen Auftreten lassen sich schon grundsätzliche Schlüsse ziehen.
Frank Stronach will derjenige sein, "der die Werte vorgibt", und das nach dem Grundsatz: "Wer das Gold hat, macht die Regeln."
Zunächst hat Stronach als der geniale Unternehmer in Österreich investiert und werbewirksam gesponsert und damit Arbeitsplätze geschaffen. Zu welchem Zweck?
Um Gewinne zu erzielen. Dabei hat er sich bereits etliche Politiker zum Mitwirken und zu seinem Prestigegewinn eingekauft.
Politisch betätigt er sich nunmehr irgendwo zwischen Friedrich Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" und Richard Lugner mit einem sehr einfach gestrickten Vorgehen:
1. Österreich wird heruntergemacht, bei gleichzeitiger Nutzung aller Vorteile.
2. Österreich soll insgesamt zu Güllen (siehe Dürrenmatt), also käuflich gemacht werden.
3. Auf dieser Grundlage und mit seinem Geld will sich Stronach zum Heilsbringer hochstilisieren und seine "Bewegung" als etwas von weltgeschichtlicher Bedeutung popanzieren. (Den gesamthaften Anspruch einer "Bewegung" statt Partei, das hatten wir doch schon mehrmals.)
Im wirtschaftlichen Geschehen nennt man so etwas doch den Versuch einer "feindlichen Übernahme". Gegen diese sollten wir, der qualitativ "bedeutendere Teil der Bürgerschaft" und die zulänglichen Repräsentanten, uns energisch zur Wehr setzen. Unschwer käufliche Hinterbänkler unter den Repräsentanten können daran nicht hindern.
Reinhard Horner,
2362 Biedermannsdorf
Marode Euro-Länder treiben EU in den Bankrott
Ein Drittel der Euro-Länder ist schon finanziell marod oder bankrott gefährdet. Alleine diese Tatsache zeigt uns, dass mit dem Finanzsystem der Gemeinschaftswährung etwas nicht stimmt.
Der Ankauf von faulen Staatsanleihen der Krisenländer durch die EZB ist sicher keine Lösung, damit wird nur die Inflation, besonders in den vor dem Abgrund stehenden Staaten, erhöht.
Mit dieser Maßnahme werden auch keine Staatsschulden gesenkt oder neue Arbeitsplätze geschaffen. Nur durch eine Abwertung der Währung könnte die Konkurrenzfähigkeit gesteigert und die Exportwirtschaft angekurbelt werden, aber das funktioniert bei einer Gemeinschaftswährung nicht.
Ein Ausscheiden mancher Länder aus der Eurozone wäre die logische Lösung, doch hat man durch künstliche Verzögerungen den Ausstieg teuer gemacht.
Da sich die maroden Staaten ein Einwirken auf das eigene Finanz- und Wirtschaftssystem verbieten, wird weitergewurstelt, bis alle Euro-Staaten gemeinsam bankrottgehen.
Kurt Gärtner,
4600 Wels
Stimmrecht für Eltern in Vertretung der Kinder
Ich bin der Meinung, dass Eltern für ihre Kinder ein Stimmrecht bekommen sollten, nämlich eine halbe Stimme pro Elternteil beziehungsweise eine ganze Stimme für Alleinerzieher.
Ob nun Kinderstimmen und Erwachsenenstimmen gleichwertig behandelt werden oder zwei Kinderstimmen so viel wie eine Erwachsenenstimme zählen, darüber kann man ja noch diskutieren.
Walter Kirchmayer,
per E-Mail
EZB soll europäische Banken beaufsichtigen
"Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank." Um diese Lebensweisheit Bert Brechts zu entkräften und zukünftige Bankenkrisen zu vermeiden, soll gerade der Europäische Zentralbank (EZB) die Aufsicht über alle Banken der Eurozone übertragen werden.
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