• vom 18.10.2012, 13:00 Uhr

Leserforum

Update: 18.10.2012, 14:24 Uhr
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Leserbriefe vom 19.10.

Leserforum: Eurokrise, US-Wahl, Rohstoffspekulationen



Wirtschaftskrise als Gefahr oder Chance?
Zur wirtschaftlichen Lage der Europäischen Union - Warum sagen Politiker nicht die Wahrheit?

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Wenn Joschka Fischer der deutschen Kanzlerin Angela Merkel vorwirft, sie sage den Bürgern nicht die Wahrheit, hat er nur teilweise recht: Alle Politiker aller EU-Staaten, hier sollte er sich auch selbst bei der Nase nehmen, haben grundsätzlich richtige Entscheidungen mit großen politischer Kompromissen getroffen. Die Schwächen der an sich richtigen Währungsunion haben dort ihre Wurzel.

Der Euro in der Zange: Mit der Wirtschaftskrise kam die europäische Währungsunion ins Gerede.

Der Euro in der Zange: Mit der Wirtschaftskrise kam die europäische Währungsunion ins Gerede.© dpa/Tobias Kleinschmidt Der Euro in der Zange: Mit der Wirtschaftskrise kam die europäische Währungsunion ins Gerede.© dpa/Tobias Kleinschmidt

Richtig wäre gewesen, sofort mit der Währungsunion einen "europäischen Finanzminister" mit entsprechenden Durchgriffsrechten auf nationale Budgets zu installieren. Wenn Außenminister Dr. Michael Spindelegger das jetzt für die Zukunft fordert, ist es sicher richtig, aber leider nicht sehr realistisch. Die Angst vor nationaler Kirchturmpolitik einschlägiger Oppositionsparteien verhindert bei den Regierenden aller EU-Staaten letztlich die richtigen Schritte für Europa. De facto haben Österreich und Deutschland als exportorientierte Länder sehr wohl von der Währungsunion profitiert. Was wir in den letzten Jahren im Vergleich zu Abwertungen wichtiger Exportpartner mehr verdient haben, müssen wir jetzt teilweise im Rahmen europäischer Solidar- und Rettungsfonds wieder zurückgeben. Ist das im Interesse der Europaidee wirklich so schlimm?
Dieser Kontinent hat sich seit vielen Jahrhunderten mit Kriegen immer wieder extrem geschadet und teilweise fast vernichtet. Ein befriedetes Europa, wie wir es nur dank einer EU seit gut einem halben Jahrhundert erleben, muss uns auch etwas wert sein.
Nehmen wir einmal an, Österreich hätte den Schilling behalten. Dieser kleine Währungsraum hätte die Turbulenzen der Märkte nur schwer überlebt. Es ist fraglich, ob es Österreich beispielsweise gelungen wäre, seinen Schillingkurs zum Euro in vernünftiger Relation zu halten. Wie etwa die Schweiz kämpfen muss, um ihren an sich für den Export schädlichen immer noch zu hohen Kurs des Franken zu halten, ist ein deutliches Beispiel.

Günter Braun
1020 Wien

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Immer mehr Menschen tendieren zum Elektro-Rad

Künftig wird nicht mehr der größte, eleganteste, teuerste und spritfressendste Wagen beeindrucken können, sondern die modernsten, und das bedeutet auch: die praktikabelsten Fahrräder und deren neueste Kreationen, denn die Weiterentwicklung auf dem Gebiet ist beeindruckend.
Wer also den Paradigmenwechsel nicht versäumen und hoffnungslos zurückbleiben will, wird sich beeilen müssen und seine eingefleischte Einstellung rasch ändern.

Christine Preyer,
per E-Mail

Gegner von Präsident Barack Obama bei der US-Wahl

Leider erkennt das Gros der US-amerikanischen Bevölkerung nicht die Tatsache, dass sie seit Bestehen der USA in Barack Obama den bisher besten Präsidenten haben, der in seinem Amt schon viel Gutes und Wertvolles erreicht hat, insbesondere zum Nutzen des Volkes und des Weltfriedens.
Seine Feinde im eigenen Volk und Land sind in Bezug auf den Verstand und die Vernunft ebenso als unfähig zu bezeichnen, wie auch seine Feinde in der US-Regierung, die mit allen Mitteln ihre Macht ausspielen und machtbesessen sind.
Dem besten Mann, den die Vereinigten Staaten von Amerika jemals an der Regierungsspitze hatten, werden Knebel in den Weg geworfen, um all das wieder abzusägen, was er an Gutem erreicht hat. Dies, damit wieder unfähige Figuren ans Ruder kommen, wie diese in den USA immer wieder das Land missregiert haben und die Kriege vom Stapel ließen, welche unzählige Menschenleben gekostet und ungeheure Zerstörungen hervorgerufen haben, auch an der Natur und am Klima.
Die Armen und die hart Arbeitenden werden verhöhnt, wie zum Beispiel durch die Absicht, die erlangte Reform in Bezug auf die Krankenversicherung wieder rückgängig zu machen, und dies alles aus einer beschämenden Unvernunft, Torheit und Verantwortungslosigkeit heraus.

Achim Wolf,
D-68305 Mannheim

Schulischer Musikunterricht im Team mit Musikern

Unter den vielen vernünftigen Vorschlägen zur Effizienzsteigerung im schulischen Fach Leibesübungen wurde wiederholt die Idee formuliert, Vereinstrainer sollten diesen Unterricht im Teamteaching gemeinsam mit den Lehrern abhalten.
Ähnliche Versuche gab es bereits im Bereich der schulischen Musikerziehung.
Unterschiedliche, aber durchwegs sinnvolle Formen des "Vokal-Instrumentalen Klassenmusikunterrichtes" wurden von Regelschul-Lehrern und akademisch qualifizierten Instrumentalmusikerziehern gemeinsam gestaltet.
Diese Kooperationen wurden im Herbst 2011 vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur mit der Begründung untersagt, dass diesem Modell die schul- und dienstrechtlichen Grundlagen fehlen.
Informell war zu erfahren, dass ein zentraler Grund für dieses Verbot die Tatsache war, dass Instrumentallehrer an den heimischen Musikuniversitäten ausschließlich für den Einzelunterricht vorbereitet werden.
In der Folge offenbarten sich beim Klassenunterricht, der sich zum Beispiel bei der Disziplin um ein Vielfaches diffiziler darstellt als der Einzelunterricht, in vielen Fällen erhebliche pädagogische Defizite. Es sollte daher sowohl für Vereinstrainer als auch für ausschließlich für den Einzelunterricht ausgebildete Instrumentallehrer die Möglichkeit geschaffen werden, sich durch praxisbezogene Kurzstudien etwa an Pädagogischen Hochschulen didaktisch entsprechend nachbilden. Dann sollte die Schaffung der für diese höchst sinnvollen Kooperationen nötigen bundesgesetzlichen Grundlagen kein Problem mehr darstellen.

Prof. Ernst Smole,
1080 Wien

Verhältniswahl fördert Bruch von Wahlversprechen

Die FPÖ redet leichthin von einem Wahlrecht, in dem jede Stimme gleich viel wert ist. Wie sich ein solches im Konkreten darstellen soll, sagt sie aber nicht.
Ganz abgesehen davon, dass sich bei einem reinen Verhältniswahlrecht zumeist die Notwendigkeit ergibt, Koalitionen einzugehen. In dieser hat dann jeder Partner die Möglichkeit, die Schuld am Bruch von Wahlversprechen dem jeweils anderen in die Schuhe zu schieben, wobei eine solche Argumentation nicht wirklich von der Hand gewiesen werden kann.

Friedrich Hochmann,
per E-Mail

Rohstoffspekulationen ruinieren Lebensmittelpreis

Durch Finanzmanöver bei Rohstoffen entstehen nicht mehr Lebensmittel oder Treibstoffe und die durch sie vermiedenen Höchstpreise finden ihr Gegenstück in danach folgenden weniger niedrigen Preisen, als sie ohne das Manöver eintreten.
Die Spekulanten werden sich auf Geschäfte mit Rohstoffspekulationen nur einlassen, wenn sie auf Dauer insgesamt daran verdienen. Und um diesen Verdienst müssen die Preise dann im Schnitt höher werden. Also wird wiederum Geld von unten, wo die Konsumenten die Endpreise zahlen, nach oben zu den Milliardären transferiert. Na toll!
Davon abgesehen ist natürlich der Einwand gegen den staatlich erzwungenen Biotreibstoff völlig richtig. Diese Aktion ist ein weiteres Beispiel für eine Maßnahme, deren Gesamtwirkungen nicht ausreichend bedacht wurden, die aber wohl auf Druck einer Lobby beschlossen wurde. Der späte Widerstand dagegen zeigt, dass auch die Gegner erst reichlich spät zu denken begonnen haben. Und auch wenn Österreich momentan genug Getreide zum Verspriten hat: Hätten wir gerade zu wenig, dann wären wir mit Recht empört, wenn man uns keines verkaufen würde, weil es anderswo in Treibstoff umgewandelt werden "muss".




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-18 13:05:05
Letzte Änderung am 2012-10-18 14:24:32


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