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Update: 06.03.2013, 12:59 Uhr

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Leserforum: Vermögenssteuer, Schuldenbremse, Montagsblatt




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  • Leserbriefe vom 7.3.



Zum Gastkommentar von Werner Stanzl, 1. März
Kritik an einem Phantom: Das IHS und die Vermögenssteuer

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Das Institut für Höhere Studien (IHS) erklärte jüngst in einer Auftragsstudie für die Wirtschaftskammer, warum eine Vermögensteuer schädlich für die Gesamtwirtschaft sei. Dabei geht es von der historischen Konzeption einer Vermögensteuer aus, die überwiegend auf Unternehmensvermögen erhoben und 1993 abgeschafft wurde. Die heute diskutierten Modelle haben mit dieser alten Version jedoch nur wenig gemein. Sie beziehen sich auf große Vermögen privater Haushalte. Hier wird also eine Steuer schlechtgerechnet, die in dieser Form gar niemand will.

Strategisch geschickt angelegte Auftragsstudien beinhalten immer auch medienadäquate Informationshäppchen in Form konkreter Zahlen und Prognosen, in der Hoffnung, dass Medien diese Schätzwerte möglichst unreflektiert übernehmen und einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Im konkreten Fall liefert das IHS gleich zwei: Erstens wird das Aufkommen einer Vermögenssteuer in der Studie mit 1 Milliarde Euro angegeben, basierend auf einer simplen Fortschreibung der Einnahmen aus der 1993 abgeschafften Vermögenssteuer. Dies lässt nicht nur Veränderungen in der Vermögensstruktur völlig unberücksichtigt, sondern ignoriert auch den Umstand, dass die Vermögenssteuer "alt" das Immobilienvermögen mittels Einheitswerten erfasste, die oft nur einen Bruchteil (weniger als 10 Prozent) des Verkehrswerts ausmachen. Alleine die Berücksichtigung dieser Auslassung würde das vom IHS geschätzte Steueraufkommen dramatisch erhöhen.
Basierend auf dieser Aufkommensschätzung von 1 Milliarde Euro errechnet das IHS einen zu erwartenden Rückgang des BIP um 0,65 Prozent. Zum konkreten Berechnungsvorgang verrät die Studie nur wenig. Es wird aber offensichtlich angenommen, dass die gesamte Vermögenssteuer zulasten der Kapitalausstattung von Unternehmen geht und so Finanzierungskosten erhöht und Investitionen verringert. Diese Annahme impliziert, dass das gesamte österreichische Privatvermögen zur Finanzierung von Unternehmen herangezogen wird. Tatsächlich wissen wir aber: Nur knapp mehr als ein Viertel des Vermögens liegt in Beteiligungen an Firmen oder landwirtschaftlichen Betrieben, von denen die allermeisten viel zu klein sind, um von einer Vermögenssteuer je erfasst zu werden. Der größte Teil des Vermögens sind Immobilien.
Die Annahme des IHS, bestehende Vermögenswerte zu 100 Prozent der Unternehmensfinanzierung zuzuschlagen, ist also völlig verfehlt. In Summe handelt es sich nicht um die Simulation der ökonomischen Wirkung einer Vermögenssteuer, sondern um jene einer "Betriebskapitalentzugssteuer" - die aber nirgends zur Diskussion steht und auch von niemandem vorgeschlagen wird. Das wird, wie so vieles, an keiner Stelle der Studie dazugesagt.

Jakob Kapeller, Philosoph und Ökonom am Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie der Universität Linz; Bernhard Schütz, Ökonom am Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Linz

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Zum Artikel von Alexander U. Mathé, 2. März



Schuldenbremsen in den USA und in Österreich

Komisch, dass bei einer Schuldenbremse in den USA Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum gefährdet sind, wohingegen bei uns eine Schuldenbremse absolut notwendig ist und unbedingt im Verfassungsrang stehen muss.
Aber wahrscheinlich sind ausschließliche Kürzungen von Pensionen und bei den Sozialleistungen intelligent.

Helmut Wolff,
per E-Mail

Sonderausgabe der "Wiener Zeitung" zu Landtagswahlen

Ich habe heute mit Freude die informativ über die angekündigte Wahlinformation hinausgehende Montag-Ausgabe der "Wiener Zeitung" gelesen.
Es wäre schön, wenn es die "Wiener Zeitung" am Montag immer in "dünner" Form wie heute gäbe. Dafür würde ich auch gerne aufzahlen.

Dr. Christel Hirn,
per E-Mail




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Dokument erstellt am 2013-03-06 12:41:06
Letzte Änderung am 2013-03-06 12:59:30



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