• vom 06.03.2009, 16:53 Uhr

Porträts

Update: 06.03.2009, 16:54 Uhr

Ein letztes Aufbäumen des einstigen "King"

Michael Jackson




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Von Andreas Rauschal

  • Keine vier Minuten nahm sich Michael Jackson am Donnerstag Zeit, um in einer vor kreischenden Fans als - mindestens! - Ereignis des Jahres inszenierten Pressekonferenz zu bestätigen, was seit Tagen vermutet worden war: Der einst mit dem Adelstitel "King Of Pop" versehene Sänger gab sein Comeback bekannt.

Michael Jackson will eine letzte Konzertserie. Foto: epa

Michael Jackson will eine letzte Konzertserie. Foto: epa Michael Jackson will eine letzte Konzertserie. Foto: epa

Im Juli will der heute 50-Jährige zehn Konzerte in der 20.000 Besucher fassenden O2-Arena in London geben. Spekulationen, wonach es sich dabei um seinen Bühnenabschied handeln könnte, gab Jackson Raum, indem er von seinen "letzten Show-Auftritten in London" sprach und diese als "the final curtain call", also eine letzte Danksagung an sein Publikum bezeichnete. Folgerichtig stehen die Konzerte auch unter dem schicksalsträchtigen Titel "This is it". No future?

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Nicht rehabilitierbar

Man muss vom wahrscheinlich letzten Aufbäumen eines Ex-Superstars sprechen, dessen tatsächlich beispiellose Karriere von einer Reihe an Skandalen und bizarren Entgleisungen nicht bloß überschattet wurde. Sie gilt, wie die Reputation der Person Michael Jackson, seit Jahren als nicht mehr rehabilitierbar.

Jacksons Neigung zum Größenwahn, sein zunehmend von Schönheitsoperationen entstelltes Äußeres, finanzielle Maßlosigkeit sowie zwei Prozesse wegen Verdachtes auf Kindesmissbrauch (ein Freispruch, eine außergerichtliche Einigung) und zweifelhafte Auftritte mit seinen eigenen Kindern: Das alles schwingt gewichtig mit, wenn die Rede ist von frühem Ruhm als Kinderstar mit der familieneigenen R´n´B-Unternehmung Jackson Five oder späteren Solo-Erfolgen. Bis heute gilt sein 60 Millionen Mal verkauftes Album "Thriller" als meistverkauftes der Popgeschichte.

Aufgrund des angeschlagenen Gesundheitszustandes des Sängers bleibt das Comeback aber bis zuletzt eine Zitterpartie. Britische Buchmacher melden eine Quote von fünf zu eins gegen ein solches. Zynismus ist auch in der Pop-Branche keine unbekannte Größe.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2009-03-06 16:53:41
Letzte Änderung am 2009-03-06 16:54:00


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