
Er ist kein lauter Politiker. Er liest gerne und anspruchsvoll - als Ausgleich zur Politik, wie er sagt. Der 51-jährige Josef Ostermayer, Staatssekretär im Bundeskanzleramt, ist kein typischer Politiker. Im Vorjahr gelang ihm, woran sich Generationen von Politikern seit Bruno Kreisky die Zähne ausgebissen haben: die Einigung im Kärntner Ortstafelstreit. Daneben überblickte er die Wiederwahl von Alexander Wrabetz als ORF-Chef. Und nun war Ostermayer in vier von fünf Arbeitsgruppen der Koalition zum Sparpaket vertreten und die zentrale Ansprechperson für SPÖ-Funktionäre zu diesem Thema.
Ohne Ostermayer geht in der SPÖ und auch im Kanzleramt derzeit gar nichts. Der gebürtige Burgenländer, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, gilt als getreuer Gefolgsmann von Werner Faymann: Gemeinde Wien, Verkehrsministerium, Bundeskanzleramt - immer stand ihm Ostermayer zur Seite. Der stets ruhig auftretende Politiker hat aber eines: eine ungeheure Beharrlichkeit und Sachkenntnis - die ihm selbst politische Gegner attestieren.
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