
(art) Otto Rehhagel gab sich bei seiner Präsentation alle Mühe, nicht den kauzigen, alten Mann zu mimen, als der er gerne gesehen wird. Die markante Fönwelle war schon einmal grauer, die Diktion schmallippiger und der Elan des 73-Jährigen, der den akut vom Abstieg bedrohten Berliner Traditionsklub Hertha BSC vor eben jenem Szenario retten soll, bis in die hintersten Reihen des prallgefüllten Raumes spürbar. "Ich will Spannung, bin gesund, fit und habe Lust", ließ er gleich all jene wissen, die ob des reiferen Alters Bedenken äußern könnten. Das freilich ist nicht das einzige Argument, das Kritiker gegen den Trainer-Veteranen, der einst in seinen vierzehneinhalb Jahren als Werder-Coach Legendenstatus erreicht hat, ins Treffen führen könnten. Die Methoden des Defensiv-Apostels, der 2004 mit den Griechen und der Wiederbelebung der Spezies des Libero EM-Gold geholt hat, gelten als veraltet, sein autokratischer Führungsstil steht in krassem Widerspruch zur Generation der modernen Teamplayer à la Jürgen Klopp. Doch vielleicht braucht die Hertha ja genau das. Und eines hat der Kunstliebhaber und Hobby-Philosoph seinen Branchenkollegen in jedem Fall voraus: die Erfahrung aus nunmehr 40 Jahren Trainergeschäft.
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