
(az) "Ich mache die Welt nicht schockierend und unerträglich. Ich versuche nur, sie realistisch zu zeigen", sagt Filmregisseur Ulrich Seidl (60) über seine Arbeit. Als Sohn einer streng religiösen Ärztefamilie in Horn (Niederösterreich) aufgewachsen, sollte er eigentlich Priester werden. Katholizismus ist ihm prominentes Thema, neben dem zentralen Motiv seiner Arbeit, der Einsamkeit.
In typischer Mischung aus Fiktion und Dokumentation, Profischauspielern und Laiendarstellern, im Blick immer die "Authentizität", etablierte sich Seidl mit Arbeiten wie "Good News", "Tierische Liebe", "Jesus du weißt" oder "Models". 2001 erhielt sein Film "Hundstage" in Venedig den Großen Preis der Jury. 2007 war er mit "Import Export" im Wettbewerb von Cannes, wohin er nun mit "Liebe", dem ersten Teil seiner "Paradies"-Trilogie "über drei Frauen und die Liebe", zurückkehrt.
Seidl stört es nicht, wenn er als "Extremfilmer" bezeichnet wird, auch wenn er selber von Liebe spricht, als Antrieb in seinen radikalen Porträts der Einsamen, Hässlichen, Deformierten, ja, auch der Österreicher.
(wk) Kritiker nennen ihn "eine schlechte Kopie" seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet Wahlsieger Nicolás Maduro den größten...weiter