
(cb) Die "Times" nennt ihn "Sothebys 007", also grob übersetzt den "James Bond des Kunstmarkts". So gesehen hatte er seinen spektakulärsten Fall in der Nacht auf Donnerstag zu lösen. Da versteigerte der Deutsche Tobias Meyer als Chef-Auktionator von Sothebys New York Edvard Munchs "Der Schrei" um eine Rekordsumme von 91,3 Millionen Euro.
Meyers Verbindungen zu Superreichen sind legendär, er gilt selbst als Star der Szene. Aber vor diesem Auftritt war sogar er nervös. Sein Rezept gegen Lampenfieber: ein Nachmittagsschläfchen und eine Tasse Tee. Schon als Teenager wollte der Frankfurter Auktionator werden - als er sein erstes Los ersteigerte: ein Besteckset. Mit seinen Tricks ist Meyer durchaus offenherzig: Wenn der Steiger-Eifer stockt, sagt er einfach: "Lets make it a million!" Das allein dürfte es nicht sein, was ihn so populär macht. Vielleicht schon eher das: "Ich bin der Komplize, ich verstehe, was das bedeutet, da zu sitzen und um ein Bild zu kämpfen. Ich verstehe die Emotionen, die Enttäuschungen, alles. Die Leute spüren, dass ich mit ihnen fühle", sagt er.
(wk) Kritiker nennen ihn "eine schlechte Kopie" seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet Wahlsieger Nicolás Maduro den größten...weiter