
(da) Eine Partei verliert fast die Hälfte ihrer Stimmen, und der Spitzenkandidat wird für diese "Leistung" frenetisch gefeiert. Geschehen am Sonntag in Schleswig-Holstein, wo die FDP unter Wolfgang Kubicki (60) von knapp 15 auf 8,2 Prozent der Stimmen abstürzte. Macht nichts - angesichts der Befürchtung vor einigen Wochen, die Liberalen würden nicht einmal in den Landtag wiedergewählt.
Der begnadete Selbstdarsteller Kubicki riss das Steuer dank Instinkt und Rücksichtslosigkeit herum: Frontal attackierte er den erfolglosen und uncharismatischen Parteichef Philipp Rösler, indem er dessen wirtschaftsliberalen Kurs als "kaltherzig" brandmarkte. Prompt flogen dem Kieler Rechtsanwalt die Herzen der Wähler zu - und Rösler fliegt wohl demnächst von der Spitze der Liberalen.
Bereits mit 19 Jahren trat Kubicki, Vater zweier Töchter, der FDP bei. Er gilt als Vertreter des sozial-liberalen Flügels. Eine Bande, die bis ins Privatleben reicht: Kubicki ist mit dem Lebenspartner des Berliner SPD-Bürgermeisters Klaus Wowereit verwandt.
(wk) Kritiker nennen ihn "eine schlechte Kopie" seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet Wahlsieger Nicolás Maduro den größten...weiter