
Andrej Babis, der zweitreichste Mann in Tschechien und Besitzer der Düngemittel-Holding Agrofert, bereichert sein Land jetzt um eine weitere Partei. Genauer gesagt um die "Aktion unzufriedener Bürger" (ANO2011), die es als Bewegung schon seit dem Vorjahr gibt. Babis tingelt durch die tschechischen Regionen und hält Bürgerversammlungen ab, offiziell will der Magnat die Parteigründung im Juni ankündigen.
Babis behauptet, für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen zu wollen, in der Misswirtschaft, Korruption und der Diebstahl staatlichen Eigentums verhindert oder zumindest eingedämmt werden. Der persönliche Lebenslauf des Multimillionärs ist durchaus schillernd: Der 57-Jährige war vor 1989 KP-Mitglied und unter anderem als Delegierter eines tschechoslowakischen Außenhandelsbetriebes in Marokko tätig. Mehrmals war er im Visier der Polizei wegen des Verdachts auf Wirtschaftskriminalität. Niemals konnte ihm dabei etwas nachgewiesen werden. Sein Eigentum wird übrigens auf 25 Milliarden Kronen (umgerechnet fast eine Milliarde Euro) geschätzt.
(wk) Kritiker nennen ihn "eine schlechte Kopie" seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet Wahlsieger Nicolás Maduro den größten...weiter