
(da) Dietmar Bartsch schien die größte Hürde auf dem Weg zum Vorsitz der deutschen Linkspartei bereits gemeistert zu haben, als sein erbitterter Rivale Oskar Lafontaine am Dienstag seinen Verzicht ankündigte.
Doch binnen 24 Stunden mutierte für Schachspieler Bartsch das Match zur Zitterpartie; nun macht dem 53-Jährigen ein weibliches Duo den Posten streitig. Bereits im November 2011 hatte der verheiratete Vater zweier Kinder die Partie eröffnet und seine Kandidatur bekannt gegeben - über ein halbes Jahr vor der Wahl im Juni.
Mit Bartsch stünde strategisches Denken statt schrillem Grabenkampf wieder stärker im Fokus der Linken. Der promovierte Wirtschaftswissenschafter gilt als leiser, effizienter und kühler Pragmatiker, der die Partei-Realos seiner ostdeutschen Heimat hinter sich weiß. Er hält keine flammenden Reden wie Lafontaine, ihm fehlt das Charisma Gregor Gysis. Aber der 1,93 Meter hohe Bartsch kennt die Linken wie kein anderer: 1977 trat er der SED bei, der Nachfolgepartei PDS blieb er "aus Prinzip" treu.
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