
Der Sudanese Omar al-Bashir, der Libyer Saif al-Islam, der Ivorer Laurent Gbagbo - sie alle stehen auf der Fahndungsliste von Fatou Bensouda. Die Gambierin wurde am Freitag als neue Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag vereidigt. Damit jagt nun eine Afrikanerin die meistgesuchten afrikanischen Despoten.
Die 50-jährige Nachfolgerin des Argentiniers Luis Moreno-Ocampo, dessen Stellvertreterin sie bereits seit 2004 war, ist die Tochter eines gambischen Beamten, ihre Mutter ist Hausfrau, ihr polygamer Vater hat allerdings mehrere Frauen, wie die elegante Juristin erzählt. Sie selbst hat zwei erwachsene Söhne und eine Adoptivtochter. In ihrer Heimat war Bensouda Generalstaatsanwältin und Justizministerin - und kurzzeitig auch Geschäftsführerin einer Privatbank. "Das war aber nicht mein Ding", sagt sie. Stattdessen wollte sie "schon immer für Gerechtigkeit zu sorgen". So untersuchte sie zum Beispiel fast drei Jahre lang den Völkermord an 800.000 Menschen in Ruanda im Jahr 1994. Ihr Motiv für diesen Einsatz: Sie wollte "verstehen, warum das in so einem Maß passieren konnte".
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