
(da) Sie ist das Hassobjekt der Konservativen Amerikas und ausgerechnet einer von ihnen, John Roberts, hat der Gesundheitsreform des demokratischen Präsidenten Barack Obama zum Durchbruch verholfen: Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs stimmte am Donnerstag mit vier Kollegen für die Rechtmäßigkeit des 940 Milliarden Dollar schweren Projekts und sorgte damit für eine knappe Mehrheit im neunköpfigen Gremium. Roberts verbucht mit seinem Votum gleich zwei Triumphe: Er immunisiert sich politisch, niemand kann ihm künftig Einseitigkeit vorwerfen. Zudem stärkt der 57-Jährige die Stellung des Supreme Court als überparteiliche Institution - deren Richter aber von den amtierenden Präsidenten vorgeschlagen werden. Der verheiratete Vater zweier adoptierter Kinder diente unter den Präsidenten Ronald Reagan und George Bush sen. als Rechtsberater. George W. Bush brachte den Harvard-Juristen 2005 als Höchstrichter in Position. Der junge Senator Barack Obama stimmte damals gegen Roberts - dem er heute zu Dank verpflichtet ist.
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