
Mit seinen breiten Koteletten und einem gewissen Maß an Ausgemergeltheit würde Bradley Wiggins auch als Mitglied einer britischen Popband durchgehen, doch der 32-Jährige ist Radprofi und gerade drauf und dran, als erster Brite die Tour de France zu gewinnen. Nur noch das Zeitfahren am Samstag muss Wiggins überstehen, doch als langjähriger Bahnfahrer gehört diese Disziplin zu seinen absoluten Stärken. Viel sollte nicht mehr passieren.
Erst vor drei Jahren übersiedelte Wiggins gänzlich auf die Straße, nachdem er auf der Bahn fast alles gewonnen hatte. Er war mehrfacher Weltmeister und hat drei olympische Goldmedaillen gewonnen. Mit Platz vier bei der Tour de France 2009 zeigte er dann gleich auf, nach drei Siegen bei anderen Rundfahrten im heurigen Jahr war er der erklärte Favorit bei der Tour.
Mit großen Erfolgen macht man sich im Radsport freilich immer verdächtig. In einem langen Artikel im "Guardian" erläuterte Wiggins deshalb detailliert, warum er nie dopen würde: "Ich würde alles verlieren. Meinen Ruf, meine Existenz, meine Ehe, meine Familie, mein Haus." Ein Tour-Sieg sei ihm dieses Risiko nicht wert.
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