
Dejan Soskic hatte es gereicht: Vorige Woche räumte der Präsident der serbischen Notenbank seinen Posten, nachdem klar geworden war, dass das Parlament ein Gesetz beschließen würde, das die Unabhängigkeit der Nationalbank massiv beschneidet. Serbiens oberster Währungshüter konnte sich ausrechnen, dass er abgesetzt wird - und trat zurück.
Eine Nachfolgerin fand Serbiens neuer, nationalistischer Präsident Tomislav Nikolic schnell: seine langjährige Parteifreundin Jorgovanka Tabakovic. Die 54-jährige Finanzexpertin stammt aus dem Kosovo.
Wie viele Kosovo-Serben zählt sich auch Tabakovic politisch zum nationalen Flügel: Die stellvertretende Chefin einer Bank in Prishtina wurde 1998, zur Zeit von Ex-Präsident Slobodan Milosevic, Wirtschaftsministerin - für die ultranationalistische Radikale Partei des nunmehr in Den Haag inhaftierten Nationalisten Vojislav Seselj.
Serbiens Opposition mutmaßt, dass die neue Zentralbankchefin - anders als ihr Vorgänger - der Regierung den Zugang zu den Devisenreserven des Landes freigeben wird.
(wk) Kritiker nennen ihn "eine schlechte Kopie" seines Idols Hugo Chávez. Wie der frühere Präsident findet Wahlsieger Nicolás Maduro den größten...weiter