• vom 19.04.2013, 18:59 Uhr

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Update: 19.04.2013, 19:20 Uhr

Boston

Dzhokhar A. Tsarnaev




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Von Alexander U. Mathé

  • "Er war ruhig und sehr lustig"
  • Mutmaßlicher Attentäter von Boston wirkte ganz und gar nicht gefährlich.

Fahndungsfoto Tsarnaevs , vom FBI veröffentlicht.

Fahndungsfoto Tsarnaevs , vom FBI veröffentlicht.© epa Fahndungsfoto Tsarnaevs , vom FBI veröffentlicht.© epa

Boston/Wien. Dzhokhar A. Tsarnaev fällt dem Aussehen nach in die Kategorie Himbeerbubi. Und doch hat der 19-jährige Tschetschene gemeinsam mit seinem Bruder, dem 26-jährigen Tamerlan, die US-Sicherheitskräfte tagelang in Atem gehalten. Der Polizei zufolge ist er bewaffnet und äußert gefährlich; ehemalige Schulkollegen hingegen meinen, ihm nie etwas Derartiges zugetraut zu haben.

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Auch auf seiner Seite bei Vkontakte, dem russischen Facebook, wirkt der Mann, von dem das FBI annimmt, dass er am Bombenanschlag beim Bostoner Marathon beteiligt war, nicht gefährlich oder böse. Im Gegenteil, er scheint auf der lustigen Seite des Lebens zu stehen. In einem hochgeladenen Video ahmt er - offenbar leicht angeheitert - gelungen diverse russische Akzente nach: vom kasachischen Mafioso über einen georgischen Frauenhelden bis hin zum tadschikischen Gastarbeiter. Er hat auch einen Witz gepostet: Ein Tschetschene, ein Dagestaner und ein Ingusche sitzen im Auto. Wer fährt? - Antwort: die Polizei. Dazu passend bescheinigt ihm eine ehemalige Schulkollegin, "ruhig und hie und da sehr lustig" gewesen zu sein.

Tsarnaev war auch ein guter Sportler. Er war in der Ringermannschaft der Cambridge Rindge and Latin School und wurde im Februar 2011 zum Athleten des Monats gekürt. Der Bostoner Vorort Cambridge hatte ihm 2011 ein Stipendium in Höhe von 2500 Dollar gewährt. Auf seiner Vkontakte-Seite gibt er als Prioritäten an: Geld und Karriere. Diese Seite hat er zuletzt am Freitag um fünf Uhr Früh Bostoner Zeit besucht.

Dzhokhar gibt Islam als Zentrum seiner Welt an
Doch seine Einträge zeigen auch eine andere Seite von Dzhokhar, eine, die unter der Bevölkerung Hass und Sorge hervorruft, wie die dutzenden grimmen Kommentare zeigen. Unter "meine Welt" und "Weltanschauung" hat er "Islam" eingetragen. Dazu kommen diverse Videos über das Gelobte Land, die islamistischen Rebellen in Syrien und über islamische Verhaltensregeln.

Sein Vater kann die Vorwürfe gegen Dzhokhar gar nicht glauben: "Er ist ein intelligenter und begabter junger Mann, ein wahrer Engel. Er studiert Medizin in den USA, in den Ferien wollte er mich und seine Mutter besuchen kommen." Zumindest was sein Studium anbelangt, gibt es allerdings Zweifel. Er selbst gibt auf dem Kurznachrichtendienst Twitter an, Jus an der Boston University zu studieren.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-04-19 19:02:03
Letzte Änderung am 2013-04-19 19:20:34


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