• vom 11.05.2015, 19:40 Uhr

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Update: 11.05.2015, 19:52 Uhr

EU

Alexandre Lamfalussy, einer der Euro-"Väter", ist gestorben




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Bei einem Vortrag in der Oesterreichischen Nationalbank im Jahr 1996 erklärte Lamfalussy, damals Präsident des Europäischen Währungsinstituts, die Währungsunion werde zustande kommen. - © apa/gs

Bei einem Vortrag in der Oesterreichischen Nationalbank im Jahr 1996 erklärte Lamfalussy, damals Präsident des Europäischen Währungsinstituts, die Währungsunion werde zustande kommen. © apa/gs

Für Alexandre Lamfalussy waren Währungsstabilität und politische Unabhängigkeit zeit seines Lebens die Basis seines Handelns. Nun ist Lamfalussy im Alter von 86 Jahren gestorben - just in jener Zeit, in der sein Lebenswerk, der Euro, tagtäglich vor einer neuen Zerreißprobe steht und politisch um das Überleben eines Eurolandes gerungen wird.

Der gebürtige Ungar, der nach dem Zweiten Weltkrieg sein Land verlassen musste und belgischer Staatsbürger wurde, wurde in seiner neuen Heimat schließlich sogar zum Baron geadelt. Lamfalussy bekleidete aber zuallererst sämtliche ökonomische Spitzenpositionen - er war etwa Leiter der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sowie Präsident der belgischen Notenbank und schließlich - von 1994 bis 1997 - erster Präsident des Vorläuferinstituts der Europäischen Zentralbank, nämlich des Europäischen Währungsinstituts EWI. Ein Posten, auf den ihn schließlich der Däne Wim Duisenberg 1997 folgte.


Lamfalussy wird vor allem als einer der "Väter" der Euro-Währung in Erinnerung bleiben.

Lamfalussy war für die Implementierung einer neuen EU-Regulierung zur Angleichung der Standards bei Finanzdienstleistern verantwortlich - ein damals neuartiges Streben, das unter dem Namen "Lamfalussy-Verfahren" bekannt wurde.

Eines der Ergebnisse dieser Phalanx war die Harmonisierung von Investment-Dienstleistungen, bekannt als "MiFID" ("Markets in Financial Instruments Directive).

Der 1929 geborene Lamfalussy studierte Wirtschaftswissenschaften in Löwen und in Oxford, später lehrte er in Löwen sowie an der Yale University in den USA.

Seit 2014 verleiht - ausgerechnet im Nicht-Euroland Ungarn - die Nationalbank in Budapest den Lamfalussy-Preis, dessen erster Preisträger wiederum der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank Ewald Nowotny war.

Am Montag teilte Lamfalussys Familie mit, dass Alexandre Lamfalussy am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben ist.




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Dokument erstellt am 2015-05-11 19:44:08
Letzte nderung am 2015-05-11 19:52:55



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