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Update: 21.07.2011, 12:33 Uhr
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Ampelintervall soll angepasst werden

Neue Radlerampeln für grüne Welle


Von Christian Mayr

  • Stadt Wien plant, das nötige Tempo für eine grüne Welle künftig anzuzeigen.
  • Auf Zweierlinie und Gürtel derzeit Stop-and-go-Verkehr.

Ampelintervall für Autos soll angepasst werden - Testfahrt der "Wiener Zeitung" zeigt Mängel im Radverkehrsfluss


Rotlicht für Radler: Wie hier auf der Zweierlinie keine Seltenheit in Wien.

Rotlicht für Radler: Wie hier auf der Zweierlinie keine Seltenheit in Wien.Pessenlehner Rotlicht für Radler: Wie hier auf der Zweierlinie keine Seltenheit in Wien.Pessenlehner

Wien. In Kopenhagen ist die grüne Welle für Radfahrer auf wichtigen Strecken bereits Realität - wer sich dort konstant mit Tempo 20 fortbewegt, kommt zügig und ohne lästiges Absteigen voran. Auch in Wien, wo seit der Regierungsbeteiligung der Grünen der Radverkehr im Fokus steht, bahnt sich zu dessen Beschleunigung eine interessante Neuerung an: Künftig soll an Radwegampeln jenes Tempo angezeigt werden, das für eine grüne Welle nötig ist; zugleich komme es auch zu einer Adaptierung der Ampelschaltung, kündigt Grünen-Gemeinderat Christoph Chorherr im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" an.

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Bereits seit Monaten beraten Experten im Rathaus zum Thema grüne Welle für Radler - mit einem ersten konkreten Ergebnis: "So wie schon bei manchen Fußgängerampeln angezeigt wird, wie lange noch rot ist, sollen Radler künftig wissen, wie schnell sie fahren müssen, damit sie grün haben", erklärt Chorherr. Dieses "Green-Light-System" soll erstmals in der nächsten Saison auf ausgewählten Teststrecken zum Einsatz kommen, Chorherr wünscht sich dafür etwa den Radweg auf der Zweierlinie. Parallel braucht es für Chorherr auch eine Änderung der Ampelintervalle: "Denn wenn wir dann schreiben ,Grün bei 40 oder 45 km/h ist das Frotzelei." Allerdings soll bei den derzeit voll auf den Autoverkehr ausgerichteten Ampelschaltungen höchst sensibel vorgegangen werden, um einen Proteststurm zu vermeiden. Klar ist für Chorherr aber eines: "Das System ist ein wichtiges Instrument für den Radverkehr."

Tatsächlich haben es Radfahrer auf wichtigen Routen in Wien alles andere als leicht. Wie eine Testfahrt der "Wiener Zeitung" zeigt, ist lästiger Stop-and-go-Verkehr die Regel denn die Ausnahme:

Auf der angesprochenen Zweierlinie haben Radler gar mit einer "roten Welle" zu kämpfen: Kaum hat man am Landesgericht Fahrt aufgenommen, heißt’s schon bei der ersten Ampel beim Rathaus die Beine wieder runter zu nehmen. Nachdem die Ampel auf Grün springt - übrigens zwei Sekunden nach jener für die Autofahrer -, ist die Fahrt nur 200 Meter weiter vor dem Café Eiles erneut unterbrochen.

Und auch an der nächsten Kreuzung mit der Lerchenfelder Straße heißt’s im Radler-Pulk warten - denn dort hat der Abbiege-Autoverkehr noch endlos Grünlicht, während die Radlerampel ewig auf Rot zu stehen scheint. Erst bergab zum Museumsquartier gibt es erstmalig freie Fahrt - die jedoch an der Mariahilfer Straße abrupt endet: Nur mit Tempo 40 wär sich die Grünphase noch ausgegangen - zu riskant.

Ähnlich ärgerlich die Situation am Gürtelradweg, wo man auf seinem Drahtesel schon mal verzweifeln kann: Kaum ist die Ampel bei der U-Bahn-Station Alser Straße auf Grün gehüpft, springt sie 30Meter weiter an der Hernalser Hauptstraße auf Rot. Und auch nach dem Anstieg zur U6-Josefstädter Straße mit laut Tachonadel 20km/h heißt’s dort wieder Absteigen und in der prallen Sonne auf die rote Ampel starren. Dasselbe Schicksal ereilt einem bei der Thalia- und Koppstraße, wo der Autoverkehr mit 60km/h in der grünen Welle vorbeischwimmt. Erst am Urban-Loritz-Platz gibt es Doppel-Grün für Radfahrer, ehe die mühsame Fahrt mit Rot vor dem Westbahnhof endet.

Nicht ganz so schlimm ist die Lage am Ring-Radweg, der meistbefahrenen Strecke Wiens: Vom Schottentor hinab zum Kai rollt man mit 35 km/h Höchsttempo locker über die Kreuzungen - und ohne Stopp weiter bis zur Salztorbrücke. Dann heißt es freilich gleich zwei Mal warten, weil die Strecke auf die Donaukanal-Seite führt. Die zweite Überfahrt beim Schwedenplatz ist dann auch nur mit einem energischen Zwischensprint auf den letzten Grünblinker zu schaffen.

Treten oder Bummeln
Bei der Urania ist dann aber ohnedies längeres Beinauslockern angesagt - dafür kommt einem danach die wohl nicht exakt getaktete grüne Welle für Autos entgegen: Bis zur Oper ist nur noch ein Zwangshalt zu machen - allerdings nur mit flotten 25km/h bergauf. Bleibt als einzige Alternative dazu (statt roter Ampeln zu ignorieren): Auf einer Bummelfahrt ist die Chance groß, die erst übernächste Grünphase zu erwischen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2011-07-08 17:09:05
Letzte Änderung am 2011-07-21 12:33:33


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