Kiew. Die Ukraine stand knapp davor, die Gastgeberrolle für die EURO 2012 größtenteils zu verlieren. Dies verriet Grigorij Surkis, der Präsident des ukrainischen Fußballverbandes, am Freitag vor der Auslosung der EM-Gruppen in Kiew. Politische und wirtschaftliche Probleme hatten die Europäische Fußball-Union (UEFA) lange Zeit an den Osteuropäern zweifeln lassen. Wie Surkis verriet, hätten die Verantwortlichen aber genug Geduld aufgebracht.
"Ohne die Geduld der UEFA, ich sage es ehrlich, würden wir heute nicht hier sitzen", sagte Surkis im Rahmen einer Pressekonferenz im neu adaptierten Olympiastadion von Kiew. "Vor eineinhalb Jahren standen wir vor dem Abgrund. Michel Platini traf unseren neu gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch, und der Präsident versprach die vollste Unterstützung der Regierung für das Turnier. Michel Platini war nicht überzeugt, dass wir es schaffen", erzählte Surkis. Vor allem im Hinblick auf die Infrastruktur für das Großturnier seien große Zweifel an der Machbarkeit aufgekommen.
Als Notfallplan sei im Mai 2009 im Gespräch gewesen, nur zwei Stadien in der Ukraine und insgesamt sechs bei Co-Gastgeber Polen zu nutzen. Im September dieses Jahres sei für den französischen UEFA-Boss nach einem Besuch in Polen und der Ukraine jedoch alles auf Kurs gewesen. Nun seien laut Surkis nur noch "kleine Probleme" zu bewerkstelligen. "In den letzten 20 oder 30 Jahren war niemals solch ein Druck, die Infrastruktur des ganzen Landes so kurzer Zeit so zu verbessern", sagte der Verbandschef.
Der von Surkis hochgelobte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino meinte auf die Entwicklung der vergangenen Jahre angesprochen: "Es gab viele Auf und Abs. Die Sitzung des Exekutivkomitees in Bordeaux vor zwei Jahren war im Prozess entscheidend. Was nun erreicht wurde, ist wirklich überraschend."
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