• vom 20.01.2012, 20:39 Uhr

Aktuell

Update: 21.01.2012, 00:01 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Newt Gingrich holt im Kampf um die republikanische Präsidentschaftskandidatur auf

Ist Romney-Express zu stoppen?


Von Alexander U. Mathé

  • Gingrich und Mitt Romney laut Umfragen bei Vorwahl Kopf an Kopf.

Newt Gingrich zeigt im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur auf.

Newt Gingrich zeigt im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur auf.© REUTERS Newt Gingrich zeigt im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur auf.© REUTERS

Columbia. "Destruktiv, boshaft, negativ": Newt Gingrich ließ am Donnerstag kein gutes Haar an den Medien. Hat er auch früher nicht. Sie sind meist schuld, wenn irgendetwas im Leben des republikanischen Politikers schlecht läuft: wenn er in den Umfragen schlecht abschneidet, wenn Vorwürfe ihm das Leben schwer machen, vielleicht auch, wenn sein Fahrrad gestohlen wird. So war es auch diesmal, bei der TV-Konfrontation der republikanischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur in South Carolina, wo heute, Samstag, die nächste Vorwahl stattfindet.

Werbung

Kurz zuvor hatte seine Ex-Frau in einem Interview erklärt, dass der ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses von ihr eine "offene Ehe" gefordert hatte, nachdem er sie bereits über lange Zeit betrogen hatte. Das kommt bei Republikanern nicht gut an, schon gar nicht beim religiösen Flügel. John King, renommierter Moderator des Nachrichtensenders "CNN", brannte das Thema unter den Nägeln, dem er seine Eröffnungsfrage widmete. Mehr brauchte er nicht.

Gingrich kam sofort in Fahrt: "Ich bin entsetzt, dass man eine Präsidentschaftsdebatte mit einem solchen Thema beginnt." Er maßregelte King nach allen Regeln der Kunst. Das Publikum war begeistert und applaudierte, die Sympathien waren wieder gesichert. Ganz nebenbei: Die Anschuldigungen seien falsch. Im Fußball kommt das einer 2:1-Führung gleich, nachdem man 0:1 im Rückstand war. - Geradezu symbolisch für den Ablauf der Vorwahl in South Carolina.

Nachdem Gingrich dort über weite Strecken im Hintertreffen war, liefert er sich nun mit dem Favoriten Mitt Romney ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der wiederum hat an Boden verloren: Zuerst empfahl Rick Perry, der aus dem Rennen ausstieg, seinen Wählern Gingrich zu wählen, dann wurde bekannt, dass er bei der Vorwahl in Iowa doch nicht gewonnen hatte. Die schwarze Serie machte dann die Konfrontation perfekt. Erhielt Gingrich Applaus, so wurde Romney ausgebuht, weil er darauf beharrte, seine Steuererklärung - wenn überhaupt - erst im April veröffentlichen zu wollen.

Gingrich hat bessere Chancen als Romney
Der ehemalige Gouverneur war in die Kritik geraten, weil er angegeben hatte, nur 15 Prozent Einkommenssteuer zu zahlen - 20 Prozent weniger, als die meisten Normalverdiener. Außerdem steht der Mann, dessen Vermögen bis zu 250 Millionen Dollar beträgt, in Verdacht, Geld im Steuerparadies der Kaimaninseln geparkt zu haben. Jetzt wollen es die Wähler genau wissen und seine Finanzlage schwarz auf weiß sehen.

Die Situation hat sich bereits in den Umfragen niedergeschlagen. Jene, die Gingrich vorne sehen und jene, die Romney vorne sehen, halten sich in etwa die Waage. Gingrich wird von Analysten sogar leicht favorisiert und seine Chance, in South Carolina zu gewinnen, mit 65 Prozent beziffert. Gelingt dies wirklich, wäre der Romney-Express, der direkt auf die Präsidentschaftskandidatur zufuhr, erst einmal gestoppt. Wenn nicht, wird der Zug weiter an Fahrt aufnehmen.

Die Vorwahl wird daher in manchen Medien schon zu einer Vorentscheidung hochstilisiert. Doch bei aller Euphorie sollte man die Kirche im Dorf lassen, denn auch nach der heutigen Vorwahl wird erst ein äußerst geringer Anteil der Delegierten bestimmt worden sein, die bei der republikanischen National Convention am 30. August den Präsidentschaftskandidaten küren. Inklusive South Carolina ging es bisher gerade einmal um 65 der 2286 Delegierten.




Schlagwörter

US-Wahl, USA, Newt Gingrich

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-01-20 20:44:08
Letzte Änderung am 2012-01-21 00:01:51


Werbung



Beliebte Inhalte



Geschafft: Goldtor-Schütze Arjen Robben triumphiert. - APAweb / EPA / Andy Rain
  • Robben-Tor in der vorletzten Minute entschied hochklassiges Finale.
  • weiter

Der Papst wünscht eine Renaissance des Begriffs "Solidarität". - APAPweb/Alessandra Tarantino)
  • Franziskus: Solidarität muss wieder staatsbürgerliche Tugend werden.
  • weiter

Barbara Eden als "bezaubernde Jeannie" mit Elton John (links) und Cornelius Obonya am Rathausplatz. - APAweb / EPA / Georg Hochmuth
  • Stars im Dienste der AIDS-Hilfe: Bill Clinton, Elton John, Melanie Griffith und Hilary Swank zu Besuch in Wien.
  • weiter

Dortmunds Robert Lewandowski und Bayerns Dante rittern in Wembley um den Ball. - APAweb / AP / Alastair Grant
  • Bayern gegen Dortmund, live aus dem Twitter-Stadion.
  • weiter

Haben die Wiener Senioren mehr Weitblick als die eigene Partei? - Rösner
  • Die "rote Basis" macht Urlaub - und schimpft über die (grüne) Stadtpolitik.
  • weiter

Eine erste Teststrecke beim Westbahnhof wurde grün angemalt. - APAweb / Georg Hochmuth
  • City-Chefin Stenzel: Grüne geben Steuergelder für Parteiwerbeaktion aus.
  • weiter

Schütze Bosko Rasovic trainiert fünfmal pro Woche. S. Jenis
  • Rund 24.000 Wiener haben eine Waffenbesitzkarte.
  • weiter

Reinhard Göweil Die fünf Agrarkonzerne Monsanto, Pioneer, Syngenta, Limagrain und Bayer kontrollieren weltweit zirka 63 Prozent des Saatguts...weiter





Stammgast beim Life Ball: Bill Clinton.

Gottfried Helnwein, Peinlich, 1971, Die Wolldecke eines Navajo-Häuptlings wurde bei Sothebys in New York für rund 221.000 US-Doller versteigert. Es war die erste Auktion aus dem Nachlass der Sammlung Andy Williams, des bekannten US-amerikanischen Popsängers und Fernsehentertainers.

Chondrocladia lyra, ein fleischfressender Schwamm, lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Die Art wurde von der Universität von Arizona in Tempe (USA) für die Liste der skurrilsten Entdeckungen 2012 ausgewählt. "Erstbegehung" des Wiener Wahrzeichens:  Slackliner Christian Waldner arbeitete sich in 60 Metern über dem Boden Schritt für Schritt vom großen Steffl-Turm (Südturm) bis zum südlichen Heidenturm vor und tänzelte nach kurzer Verschnaufpause wieder retour. Der Drahtseilakt dauerte rund zehn Minuten.

Werbung