• vom 11.04.2012, 11:42 Uhr

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Update: 11.04.2012, 16:55 Uhr
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Einigung könnte noch heute erzielt werden

Steuerabkommen mit der Schweiz auf der Zielgeraden



  • Feilschen um Ausmaß der nachträglichen Besteuerung von geflüchtetem Kapital noch im Gange.

Das Steuerabkommen mit der Schweiz steht kurz vor dem Abschluss - und könnte dem heimischen Fiskus nachträgliche Steuereinnahmen bescheren.

Das Steuerabkommen mit der Schweiz steht kurz vor dem Abschluss - und könnte dem heimischen Fiskus nachträgliche Steuereinnahmen bescheren.APAweb/Hans Klaus Techt Das Steuerabkommen mit der Schweiz steht kurz vor dem Abschluss - und könnte dem heimischen Fiskus nachträgliche Steuereinnahmen bescheren.APAweb/Hans Klaus Techt

Wien. Geht es nach der österreichischen Regierung, sollen ab Anfang 2013 Steuern auf österreichische Schwarzgelder in der Schweiz fließen. Die daraus erhoffte "Schwarzgeld-Milliarde" hat Österreich ja im Haushalt budgetiert. Am Mittwoch hat die österreichische Regierung dem Experten-Verhandlerteam unter Führung von Steuer-Sektionschef Wolfgang Nolz das formale Mandat erteilt: Die Beamten sollen nun ein unterschriftsreifes Abkommen hinbekommen. Das könnte dann, läuft alles nach den jetzigen Annahmen, an diesem Freitag von den Finanzministerinnen Österreichs und der Schweiz paraphiert werden.

  Bundeskanzler Werner Faymann erklärte, am Freitag werde es dazu in der Schweiz Verhandlungen auf Ministerebene geben. In der Zeitung "Österreich" wird Finanzministerin Maria Fekter damit zitiert, sie plane am Freitag nach Bern zu fliegen, um das Abkommen mit ihrer Schweizer Kollegin zu unterschreiben. "Das ist ein schöner Erfolg für uns". Man sei tatsächlich im Finale.

Einigung mit Österreich hat Priorität
  Die Schweizer hatten - nach dem nach langjährigen Verhandlungen dann doch schnell abgeschlossenen Abkommen mit Deutschland - einer Einigung auch mit Österreich Priorität beigemessen. Die Eidgenossen hätten die finalen Verhandlungen mit Wien aber lieber geheim gehalten, nach dem heutigen Ministerrat sickerte dann durch, dass der Freitag ein heißer Termin für ein politisches Abkommen würde.

  Es gehe "um den selben Mechanismus" wie bei den vorherigen Abkommen Schweiz-Deutschland und Schweiz-Großbritannien, hieß es zur APA. Die im Budget veranschlagen Sätze für Österreich lagen bei einer einmaligen Abschlagsteuer auf in der Vergangenheit nicht versteuerte Guthaben zwischen 19 und 34 Prozent (was eine Milliarde bringen sollte) und in der Folge einer Steuer auf die Zinserträge (25 Prozent), die jährlich 50 Mio. Euro bringen sollte. An den 25 Prozent, die der KESt auch in Österreich entsprechen, wird nicht mehr gerüttelt.

Feilschen noch nicht zu Ende
  Weil für den österreichischen Budgetvoranschlag der ursprüngliche Plan für den Steuersatz von Deutschland für die Abschlagsteuer zu Grunde lag und es beim deutschen Abkommen am Schluss Modifizierungen gab, wird sich auch in Österreich im Finale in der Bandbreite noch etwas ändern. Differenzen zu Deutschland wären aber auch erklärlich, heißt es, zumal ja auch innerhalb Deutschlands und Österreichs unterschiedliche Steuersätze zur Anwendung kämen. Da wird zwischen Wien und Bern angeblich noch getüftelt.

  Im deutsch-schweizerischen Abkommen sind als Pauschalsteuer (Abgeltungssteuer) nun Sätze zwischen 21 und höchstens 41 Prozent festgeschrieben. Deutsche Experten haben aber bereits erklärt, dass die Pauschal-Sätze auf Altgelder am unteren und am oberen Ende eher selten zur Anwendung kommen dürften. Die künftige Steuer auf Kapitalerträge wurde im deutsch-schweizerischen Papier auf 26,4 Prozent festgeschrieben. Wer diese Kapitalertragssteuer jährlich bezahlt, kann seine Gelder in Zukunft in der Schweiz liegenlassen, ohne diese gegenüber der Finanz offenlegen zu müssen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-11 11:42:57
Letzte Änderung am 2012-04-11 16:55:48


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