Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Demonstranten in Kairo hat die Militärregierung die vierte Nacht in Folge eine Ausgangssperre verhängt. Diese gelte bis Dienstagfrüh für das Viertel Abbassiya rund um das Verteidigungsministerium, meldete die staatliche Nachrichtenagentur MENA am Montag.
Wie die staatliche Tageszeitung "Al-Ahram" berichtete, blockierten hunderte Angehörige einer Polizeieinheit am Samstag aus Protest eine Autobahn zwischen Kairo und Ismailia. In Ägypten kommt es selten vor, dass Medien über Ereignisse berichten, die die Sicherheit betreffen. Die Demonstranten hätten protestiert, weil einer ihrer Kameraden von einem Offizier getötet worden sei.
Dabei handle es sich lediglich um ein Gerücht, hieß es dagegen aus Sicherheitskreisen. Laut "Al-Ahram" griff ein Offizier einen Polizisten an, so dass es zu einer Schlägerei kam. Daraufhin habe sich das Gerücht verbreitet, dass der Polizist getötet worden sei.
Die Polizisten gehören einer Einheit an, die Demonstrationen überwachen soll. Sie war maßgeblich an der Unterdrückung der Proteste beteiligt, die im Februar 2011 zum Sturz des Präsidenten Hosni Mubarak führten. Am 23. Mai finden in Ägypten Präsidentschaftswahlen statt. Danach will die Militärregierung die Macht an Zivilisten abgeben. Es bestehen allerdings Zweifel daran, ob das Militär sein Versprechen einhalten wird.
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