Damaskus/Beirut. Die syrische Armee hat den Beschuss der Stadt Homs nach Angaben von Einwohnern ungeachtet einer Einigung auf eine Feuerpause fortgesetzt. Zuvor hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärt, Regierungstruppen und Aufständische hätten einer vorübergehenden Waffenruhe zugestimmt, damit die Hilfsorganisation Hunderte von Bewohnern in Sicherheit bringen könne. Rettungsteams stünden bereit und warteten nur darauf, dass letzte Vorbereitungen abgeschlossen würden. Aus einem der Stadtbezirke, in den die Helfer fahren wollten, berichtete ein Einwohner, zu Tagesanbruch habe es noch schweren Beschuss gegeben. Später sei er aber abgeflaut.
Homs ist einer der zentralen Schauplätze des seit mehr als 15 Monaten anhaltenden Aufstands gegen das Regime des Präsidenten Bashar al-Assad. In den vergangenen eineinhalb Wochen haben sich die Auseinandersetzungen offenbar zugespitzt. Seit mehr als zehn Tagen tobten in mehreren Vierteln der drittgrößten syrischen Stadt Kämpfe, sagte die regionale Einsatzleiterin des IKRK, Beatrice Megevand-Roggo. "Hunderte Zivilisten stecken in der Altstadt fest. Sie können nicht weg und Zuflucht in sichereren Gegenden finden, weil die bewaffneten Auseinandersetzungen weitergehen."
Offiziere der "Freien Syrischen Armee" der Aufständischen haben unterdessen Berichte dementiert, wonach sich ihr Kommandant, Oberst Riad al-Asaad, mit einem größeren Geldbetrag abgesetzt haben soll. Zwei Offiziere, die in einem Lager der syrischen Deserteure in der türkischen Provinz Hatay leben, sagten am Donnerstag auf Anfrage: "Er ist hier im Lager, wir haben heute noch mit ihm gesprochen." Libanesische Medien hatten am Vortag gemeldet, Asaad sei mit zwei Millionen US-Dollar nach Bulgarien verschwunden. Der Bericht hatte für einige Verunsicherung in Oppositionskreisen gesorgt. Asaad wird von den türkischen Behörden geschützt, was die syrische Führung massiv kritisiert.
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