• vom 29.06.2012, 22:02 Uhr

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Update: 29.06.2012, 22:11 Uhr
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Union, FDP, SPD und Grüne stimmten dafür

Deutscher Bundestag verabschiedet ESM und Fiskalpakt



  • Merkel: "Wir stehen zum Euro."
  • ESM kann wie geplant EFSF ablösen.

Kanzlerin Angela Merkel (Mitte) freut sich über die erfolgreichen Abstimmungen. - APAweb/epa/Maurizio Gambarini

Kanzlerin Angela Merkel (Mitte) freut sich über die erfolgreichen Abstimmungen. APAweb/epa/Maurizio Gambarini

Nach monatelangem Ringen hat der Deutsche Bundestag dem milliardenschweren Euro-Rettungsschirm ESM und dem europäischen Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin mit Zweidrittel-Mehrheit zugestimmt. Auch im Bundesrat galt die nötige Zweidrittel-Mehrheit für eine Ratifizierung der Verträge am Freitagabend als sicher.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte vor der Abstimmung, der Bundestag mache der Welt mit seinem Votum deutlich: "Wir stehen zum Euro." Merkel musste zuvor auf dem EU-Gipfel in Brüssel einen Dämpfer hinnehmen. Gegen ihren Widerstand setzten Italien und Spanien neue Nothilfen für Euro-Wackelkandidaten durch.

Das letzte Wort in Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht. Die Linksfraktion wollte ihre Klage wegen Beeinträchtigung der Budgethoheit des Parlaments noch in der Nacht nach Karlsruhe schicken. Der Rettungsschirm kann damit noch nicht wie geplant mit 1. Juli in Kraft treten.

Zweidrittel-Mehrheit übertroffen
Im Bundestag stimmten 491 der insgesamt 620 Bundestagsabgeordneten für den Fiskalpakt und 493 für den Rettungsschirm. Für beide Verträge wurde die notwendige Zweidrittel-Mehrheit von 414 Stimmen deutlich übertroffen. Merkel hatte SPD und Grüne in der vergangenen Woche mit mehreren Zugeständnissen auf ihre Seite gebracht. Nur die Linke blieb bei der Ablehnung der Verträge.

Der Fiskalpakt verpflichtet die Unterzeichner unter anderem, ausgeglichene Haushalte anzustreben. Ferner sollen die Staaten nationale Schuldenbremsen einführen und in ihrem Recht verankern - kontrolliert vom Europäischen Gerichtshof EuGH. Der Rettungsschirm ESM mit Sitz in Luxemburg und einem Stammkapital von 700 Milliarden Euro soll Mitgliedsstaaten der Eurozone unterstützen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Deutschland muss 2012 rund 8,7 Milliarden Euro Kapital in den ESM einzahlen.

Der Gipfel in Brüssel beschloss, dass Krisenländer künftig leichter auf den Euro-Rettungsfonds zugreifen können - und dabei weniger Auflagen erfüllen müssen. Der Rettungsfonds ESM soll zudem Banken aus hoch verschuldeten Ländern unter bestimmten Bedingungen direkt Hilfen gewähren können. Damit werden dann auch deren Staatshaushalte entlastet. Alle 27 EU-Staaten einigten sich auf ein Wachstumspaket von 120 Milliarden Euro, um die lahmende Wirtschaft anzukurbeln. Fast die Hälfte davon kommt aus dem EU-Haushalt.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags kam nach dem Gipfel zu einer Sondersitzung zusammen. Zwischenzeitlich war sogar eine Verschiebung der Abstimmung im Gespräch. Letztlich stellte aber nur die Linksfraktion einen entsprechenden Antrag, der vom Plenum abgeblockt wurde.




Schlagwörter

Fiskalpakt, ESM

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-29 22:02:42
Letzte Änderung am 2012-06-29 22:11:53


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