• vom 16.09.2012, 13:42 Uhr

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Update: 16.09.2012, 20:05 Uhr
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Laut "Kurier" zahlte Anwalt über 240.000 Euro direkt auf Parteikonto

Freiheitliche kassierten bei Schloss-Verkauf an Stronach



Klagenfurt. Die Kärntner Freiheitlichen haben laut "Kurier" beim Verkauf von Schloss Reifnitz an den Magna-Konzern des Milliardärs Frank Stronach direkt mitkassiert. Wie die Zeitung in ihrer Sonntag-Ausgabe berichtet, ging eine Rechnung der Parteiagentur "Connect" über 240.000 Euro an den Rechtsanwalt Gert Seeber, der den Verkauf abwickelte. Das darauf angegebene Konto gehörte, so das Blatt, aber nicht der Agentur, sondern der Partei.

Der "Kurier" bezieht sich in seinem Bericht auf die Unterlagen der Korruptionsstaatsanwaltschaft. Diese hat ihren Bericht zur "Connect"-Affäre abgeschlossen und der Oberstaatsanwaltschaft übermittelt. Seeber soll demnach 2008 vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider einen Anruf erhalten haben, dass die Partei Geld brauche. Wenn er nicht "willig" sei, gebe es genügend andere Anwälte, welche den Magna-Auftrag abwickeln würden. Seeber verstand und sagte offenbar zu. Danach erhielt er eine Rechnung der "Connect" über eine "Auftragsakquisitionsprämie in Sachen Magna-Tourismusprojekt Reifnitz" und bezahlte.

Magna-Gründer Frank Stronach hat 2005 Schloss Reifnitz samt sieben Hektar Grund am Ufer des Wörthersees um 6,5 Millionen Euro gekauft. Von einem Luxusressort und Investitionen in der Höhe von 83 Millionen war damals die Rede. Das Schloss wurde zwar renoviert, von weiteren Aktivitäten ist derzeit aber nichts zu sehen. Der Kauf war zwischen Stronach und dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider vereinbart worden, als Magna die Errichtung eines Werks in Klagenfurt ankündigte. Das Werk wurde 2007 zwar gebaut, statt der angekündigten 80 Mio. Euro schweren Investition wurden allerdings nur zehn Millionen verbaut, derzeit arbeiten dort rund 100 Menschen.

Die "Connect" hatte mit Seeber eine "Vereinbarung" abgeschlossen, wonach die Agentur ihn mit Aufträgen aus dem öffentlichen oder öffentlichkeitsnahen Bereich versorgen würde, er im Gegenzug dafür eine Provision von 30 Prozent bezahlen müsse. Als dieser Deal im Frühjahr vergangenen Jahres bekanntwurde, verlor Seeber seinen gerade erst erworbenen Aufsichtsratsvorsitz der Kärntner Messen. Die "Connect" beglückte auch andere Unternehmen mit Rechnungen, die Staatsanwaltschaft schaltete sich ein. Geschäftsführer Manfred Stromberger (FPK) musste sein Landtagsmandat zurücklegen, Landeshauptmann Gerhard Dörfler will von der Agentur nichts gewusst haben, er war in der fraglichen Zeit Parteikassier. Uwe Scheuch, im vergangenen Jahr noch FPK-Chef, kündigte nach dem Auffliegen der Affäre an, die Agentur werde "liquidiert". Laut Firmenbuch ist die "Connect" aber derzeit nicht in Liquidation.




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Dokument erstellt am 2012-09-16 20:05:42
Letzte Änderung am 2012-09-16 20:05:48


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