Eisenstadt. Ein Silobrand beim Biofuttermittelbetrieb Vitakorn in Pöttelsdorf hat am Dienstagnachmittag im Bezirk Mattersburg für einen Großeinsatz gesorgt. Insgesamt sieben Feuerwehren mit 116 Einsatzkräften waren ausgerückt. Im Silo waren nach Angaben der Feuerwehr etwa 30 Tonnen Bio-Sonnenblumenkerne zur Trocknung gelagert. Die Löscharbeiten konnten nur unter Einsatz von Atemschutz in luftiger Höhe durchgeführt werden und erwiesen sich deshalb als schwierig.
Der Brand war in der Trockenanlage in der vierte Etage des siebenstöckigen Silogebäudes ausgebrochen. Gegen 15.45 Uhr wurden laut Landessicherheitszentrale Burgenland zunächst die Feuerwehren von Mattersburg, Pöttelsdorf und Walbersdorf alarmiert, die mit fünf Fahrzeugen ausrückten. Wegen des großen Bedarfs an Atemschutzträgern wurden vier weitere Wehren nachalarmiert und die Brandstufe erhöht.
Hubschrauber musste eingesetzt werden
Der Trockenraum sei für die Feuerwehrleute sehr schwer erreichbar gewesen, so Bezirksfeuerwehrkommandant Adolf Binder zur APA. Mit einem Hubsteiger ließen sich die Löschmannschaften nach oben hieven, um die Umgebung des Brandortes von außen kühlen zu können. Auf diese Weise habe man sich Stockwerk um Stockwerk "hinaufgekühlt" - "so habe wir es eigentlich in den Griff gekriegt", schilderte Binder. Aus den wenigen Fenstern im oberen Teil des Gebäudes quoll anfangs Rauch, während sich die Helfer nach oben arbeiteten.
Gegen 18.45 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Ein Feuerwehrmann wurde bei den Löscharbeiten leicht verletzt. Ein Betonstück, das sich aus einer Decke des Gebäudes gelöst hatte, traf ihn am Helm, worauf er kurz bewusstlos gewesen sei. Der Feuerwehrmann wurde ins Spital nach Eisenstadt zur Kontrolle gebracht. Am Abend war er bereits wieder auf dem Weg nach Hause, berichtete Binder. Drei Feuerwehren waren auch am späten Abend noch in Pöttelsdorf an Ort und Stelle.
Ursachenforschung
Die genaue Ursache für das Feuer war zunächst nicht bekannt. "Der Trockner, wo die Sonnenblumen getrocknet werden, hat zu brennen begonnen", erläuterte Vitakorn-Geschäftsführer Michael Hofer. Im einen Teil des Gebäudekomplexes gibt es Lagerkapazitäten für bis zu 15.000 Tonnen Getreide. Im anderen Teil ist ein Mischfutterwerk untergebracht.
Vitakorn produziert jährlich 17.000 bis 18.000 Tonnen Futtermittel, so Hofer. Das Unternehmen wird von Landwirten unter anderem mit Weizen, Roggen, Gerste sowie mit Mais und Sojabohnen beliefert. Die Trockenanlage steht nach dem Zwischenfall nun vorübergehend still. Die Abnahme der bevorstehenden Maisernte sei jedoch zu 100 Prozent gesichert, erklärte der Geschäftsführer.
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